Israel ernennt Botschafter für Somaliland – USA nähern sich Eritrea an
Israel ernennt Botschafter für Somaliland

Israel hat einen Botschafter für Somaliland ernannt, nur vier Monate nachdem es das abtrünnige Gebiet am Horn von Afrika als unabhängigen Staat anerkannt hatte. Michael Lotem, ein erfahrener Diplomat, wird jedoch zunächst nicht in der Region im Norden Somalias residieren, wie das israelische Außenministerium mitteilte. Die Regierung billigte die von Außenminister Gideon Sa’ar vorgeschlagene Ernennung.

Hintergrund der diplomatischen Schritte

Israel hatte im Dezember als erster Staat weltweit die muslimisch geprägte Region Somaliland anerkannt, die seit über drei Jahrzehnten de facto unabhängig ist. Dieser Schritt stieß auf scharfe Kritik mehrerer regionaler Mächte, insbesondere Somalias, das die Anerkennung seiner abtrünnigen Region durch Israel entschieden ablehnt. Somaliland selbst hatte im Februar Mohamed Hagi zu seinem ersten Botschafter in Israel ernannt.

Der neue israelische Botschafter Lotem war zuvor als rotierender „Wirtschaftsbotschafter für den afrikanischen Kontinent“ tätig und vertrat Israel bereits in Kenia, Aserbaidschan und Kasachstan. Seine Ernennung ist Teil einer größeren Strategie, die auf den Konflikt mit Iran zurückgeht.

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Geopolitische Bedeutung des Roten Meeres

Der Iran unterstützt die Huthi-Rebellen im Jemen, die seit dem Gaza-Krieg 2023 immer wieder drohen, die strategische Meerenge Bab al-Mandab zu blockieren. Diese Passage ist für die internationale Handelsschifffahrt von zentraler Bedeutung, da sie den Suezkanal mit dem Indischen Ozean verbindet. Die Huthis profitieren von der langen jemenitischen Küste am Roten Meer, ebenso wie Somaliland.

Experten zufolge strebt Israel danach, in Somaliland militärische Außen- und Horchposten zu errichten, um die Aktivitäten der Huthis und des Irans zu überwachen. Bereits jetzt sind die Vereinigten Arabischen Emirate, die sicherheitspolitisch eng mit Israel zusammenarbeiten, in Somaliland präsent – etwa im Hafen von Berbera, der von DP World betrieben wird.

USA suchen neue Partner in der Region

Die Vereinigten Staaten verfolgen offenbar eine ähnliche Strategie. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, erwägt die Regierung von Donald Trump, die Beziehungen zu Eritrea wiederzubeleben. Eritrea, das oft als „Nordkorea Afrikas“ bezeichnet wird, ist eine Diktatur mit einer über 1000 Kilometer langen Küste am Roten Meer. Ein diplomatischer Neustart würde den USA erhebliche geopolitische Vorteile bringen, insbesondere im Kampf gegen den iranischen Einfluss in der Region.

Die Bemühungen Israels und der USA zeigen, wie der Iran-Konflikt die strategische Landschaft am Roten Meer neu formt. Beide Länder suchen nach verlässlichen Partnern an der Küste, um ihre Präsenz zu verstärken und die Seewege zu sichern.

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