Papst Leo XIV.: Ein Jahr im Amt – Der "gute Amerikaner" als Anti-Trump
Leo XIV.: Ein Jahr als Papst – Frieden und Kontroversen

Rom - Vor knapp einem Jahr, am 7. Mai 2025, wurde Robert Francis Prevost zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an. Sein erster Satz als Pontifex war ein Friedensgruß: „La pace sia con tutti voi“ („Friede sei mit Euch allen“). Damit setzte er ein klares Zeichen in einer von Kriegen geprägten Welt. Ein Jahr später ist die Welt nicht friedlicher geworden, doch Leo XIV. hat die katholische Kirche nach den turbulenten Jahren unter Franziskus beruhigt. Der 70-jährige Amerikaner ist der erste Papst aus den USA und bezieht deutlich Stellung gegen Präsident Donald Trump, was ihm international viel Lob einbringt.

Ein Jahr Papst Leo XIV.: Friedensappelle und innere Ruhe

Leo XIV. hat in seinem ersten Jahr viele Friedensappelle veröffentlicht, doch in Kriegsgebieten wie der Ukraine und dem Iran bleibt die Diplomatie des Vatikans wirkungslos. Innerkirchlich hat er jedoch für Entspannung gesorgt. Die Konflikte zwischen Traditionalisten und Reformern sind weniger geworden. Kardinal Reinhard Marx, der ihn mitgewählt hat, lobt ihn als „Brückenbauer, der Gräben zuschüttet“. Theologisch hat Leo noch keine großen Akzente gesetzt; ein erstes Lehrschreiben zur Künstlichen Intelligenz wird erwartet. Personalentscheidungen hat er bislang zurückgehalten. Stattdessen fällt er durch äußere Veränderungen auf: Er kleidet sich traditioneller, wohnt wieder im Apostolischen Palast und nutzt regelmäßig die Sommerresidenz in Castel Gandolfo.

Der Anti-Trump aus dem Vatikan

Besonders bemerkenswert ist Leos Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump. Er widerspricht ihm öffentlich in Fragen der Migrationspolitik, der Iran-Politik und der allgemeinen Rhetorik. Leo betont stets die Mission der Kirche, Frieden zu predigen und gegen Atomwaffen einzutreten. Trump reagierte mit Beleidigungen und einem Kitschgemälde, das ihn als Jesus zeigt. Leo ließ sich nicht beeindrucken und erklärte, er habe kein Interesse an einer Auseinandersetzung, aber auch keine Angst vor der US-Regierung. Eine Begegnung der beiden hat es noch nicht gegeben, doch Leo empfing US-Außenminister Marco Rubio zu einer Audienz.

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Kritik aus Deutschland: Zu konservativ für Reformen

Während Leo international für seine klaren Worte gegen Trump gelobt wird, sind viele in Deutschland enttäuscht. Er bremst bei innerkirchlichen Reformen wie der Zulassung von Frauen zum Diakonenamt und lehnt Segnungsfeiern für homosexuelle Paare ab, wie sie in deutschen Bistümern praktiziert werden. Auf dem Heimflug von einer Afrika-Reise äußerte er sich deutlich „nicht einverstanden“ mit solchen Segnungen. Für das kommende Jahr sind Reisen nach Südamerika, insbesondere nach Peru, geplant. Eine Einladung Trumps zu den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit lehnte Leo ab; stattdessen wird er am 4. Juli die Mittelmeerinsel Lampedusa besuchen, ein Symbol für die Flüchtlingskrise.

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