US-Handelsminister gesteht Kontakte zu Sexualstraftäter Epstein
Die Aufarbeitung des Falls um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zieht immer weitere Kreise und erreicht nun die höchsten Ebenen der US-Regierung. US-Handelsminister Howard Lutnick, ein Mitglied der Regierung von Präsident Donald Trump, hat vor einem Ausschuss des US-Senats mehrere Treffen mit dem umstrittenen Finanzier offengelegt.
Widersprüchliche Aussagen und ein Familienbesuch
Lutnick räumte vor den Senatoren mehrere E-Mails sowie persönliche Begegnungen mit Epstein ein. Besonders brisant: Der Minister gab zu, im Jahr 2012 mit seiner Familie die berüchtigte Privatinsel Epsteins besucht zu haben, wo man gemeinsam zu Mittag aß. Diese Aussage steht in direktem Widerspruch zu früheren Äußerungen Lutnicks.
Erst im vergangenen Jahr hatte der Handelsminister in einem Podcast erklärt, er habe bereits 2005 beschlossen, mit dieser „widerlichen Person“ nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Der nun eingestandene Besuch fand jedoch sieben Jahre später statt – und damit auch mehrere Jahre nach Epsteins Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs im Jahr 2008.
Nachbarschaft und unbequeme Fragen
Im Senat betonte Lutnick, er habe kaum etwas mit Epstein zu tun gehabt, obwohl beide früher in New York Nachbarn gewesen waren. Die Befragung drehte sich auch um einen Hinweis darauf, dass Epstein das Kindermädchen der Lutnick-Familie kennenlernen wollte. „Das hatte nichts mit mir zu tun. Soweit ich weiß“, erklärte der Minister dazu.
Politische Konsequenzen und Rücktrittsforderungen
Wegen seiner Verbindungen zu Epstein sieht sich Lutnick nun mit wachsenden Rücktrittsforderungen konfrontiert. Der Handelsminister kommt mehrmals in den umfassenden Ermittlungsakten zum Epstein-Fall vor, die zahlreiche Prominente und Politiker nennen. US-Präsident Donald Trump stellte sich jedoch hinter seinen Minister.
Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte auf Nachfrage von Journalisten, Lutnick sei ein „sehr wichtiges Mitglied von Trumps Team“. Vom Präsidenten gebe es volle Unterstützung. Dennoch bleibt der politische Druck bestehen, während die Aufarbeitung des Epstein-Skandals weiter neue Details ans Licht bringt.
Hintergrund: Der Epstein-Fall
Der US-Multimillionär Jeffrey Epstein hatte über Jahre hinweg von New York aus einen weitverzweigten Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der bereits verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 im Alter von 66 Jahren in Haft, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung kommen konnte. Die veröffentlichten Ermittlungsakten listen zahlreiche Kontakte Epsteins auf, wobei eine Nennung allein noch keine Schuld bedeutet.



