Malis Verteidigungsminister bei Islamistenangriff getötet
Malis Verteidigungsminister von Islamisten getötet

Der Verteidigungsminister von Mali ist laut übereinstimmenden Medienberichten bei einem Angriff islamistischer Kämpfer getötet worden. Sadio Camara, der das Amt in der Militärregierung des westafrikanischen Landes bekleidete, kam am Samstag bei einer Attacke auf seinen Wohnsitz ums Leben. Dies berichtete der französische Radiosender RFI am Sonntag unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Nach Angaben von RFI wurde Camara getötet, als Kämpfer der Terrorgruppe JNIM, einem Ableger von Al-Kaida, den Militärstützpunkt Kati nahe der Hauptstadt Bamako angriffen. Augenzeugen berichteten, dass das Haus des Ministers dabei vollständig zerstört worden sei. Die Angriffe setzten sich auch am Sonntag fort, obwohl die Armee am Samstag noch erklärt hatte, die Lage sei unter Kontrolle. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete von Schüssen in einer Garnisonsstadt bei Bamako.

Größte koordinierte Angriffe seit Jahren

Es handelt sich um die größten abgestimmten Angriffe von Islamisten und Tuareg-Rebellen in Mali seit Jahren. Die Angriffe richteten sich gegen Ziele in der Nähe von Bamako sowie in anderen Landesteilen. Die Zahl der Toten und Verletzten war am Sonntag noch unklar. Ungewiss war zudem das Schicksal der umkämpften Stadt Kidal. Die Aufständischen erklärten, sie im Zuge der Angriffe von den Regierungstruppen zurückerobert zu haben.

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In Mali kommt es immer wieder zu Aufständen der Tuareg-Volksgruppe. Zudem kämpft die Armee gegen islamistische Extremisten. Die aktuelle Militärregierung hatte nach dem Putsch von 2021 die Macht übernommen und versprach, die Sicherheit wiederherzustellen – tut sich damit allerdings schwer, wie die anhaltenden Angriffe belegen. Zudem hatte sie die jahrelange Zusammenarbeit des Landes mit dem Westen aufgekündigt und auf russische Söldner gesetzt. Zuletzt bemühte sie sich jedoch wieder um engere Beziehungen zu den USA.

Von 2013 bis 2023 hatte eine UN-Friedenstruppe (Minusma-Einsatz) in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das westafrikanische Land zu stabilisieren. Auch Soldaten der Bundeswehr waren in Mali im Einsatz. Die letzten von ihnen verließen das Land im Dezember 2023.

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