Merz kritisiert Trump scharf: Iran-Krieg ohne Strategie
Merz: Trump ohne Strategie in den Iran-Krieg

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat mit ungewöhnlich deutlichen Worten die Strategie von US-Präsident Donald Trump im Iran-Konflikt kritisiert. Bei einem Besuch am Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsberg (Hochsauerlandkreis) äußerte sich Merz zur aktuellen Lage und machte klar, dass er nicht an ein baldiges Ende des Krieges glaubt.

Merz: Iraner sind stärker als erwartet

„Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“, so die knallharte Bilanz des Kanzlers. US-Präsident Donald Trump sei „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“, erklärte Merz weiter. Das mache die Lage kompliziert. „Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln.“

Merz beklagte zudem die Demütigung der iranischen Bevölkerung durch die eigene Staatsführung: „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden.“

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Afghanistan als mahnendes Beispiel

Der Kanzler zog einen Vergleich zum Afghanistan-Konflikt: „Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang.“ Er betonte, dass Deutsche und Europäer beim Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran nicht gefragt worden seien.

Seine Skepsis habe er inzwischen zweimal direkt gegenüber US-Präsident Trump geäußert. „Wenn ich gewusst hätte, dass es fünf Wochen, sechs Wochen so weitergeht und immer schlimmer wird, dann hätte ich es ihm noch eindringlicher gesagt.“ Die Lage sei „ziemlich vertrackt“, so der Kanzler.

Wirtschaftliche Folgen für Deutschland

Merz warnte vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts: „Dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung, und deswegen muss er so schnell wie möglich beendet werden.“ Deutschland halte sein Angebot aufrecht, mit Minensuchbooten die Straße von Hormus zu sichern. Voraussetzung sei jedoch, dass die Kampfhandlungen vorher enden.

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