Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die mangelnde Strategie der USA im Krieg gegen Iran öffentlich kritisiert. Bei einer Schülervoranstaltung in Marsberg im Sauerland äußerte er sich skeptisch über eine schnelle Beendigung des Konflikts.
Merz: Iraner stärker als erwartet
„Die Iraner sind offensichtlich stärker als gedacht und die Amerikaner haben in den Verhandlungen keine überzeugende Strategie“, sagte Merz. Er betonte die Schwierigkeit, aus solchen Konflikten wieder herauszukommen, und verwies auf die Erfahrungen in Afghanistan und im Irak.
Kritik an US-Vorgehen
Die USA seien „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“, so der Kanzler. Dies mache eine Beendigung des Konflikts umso schwerer. Zudem verhandelten die Iraner sehr geschickt – oder verweigerten die Verhandlungen auf clevere Weise. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“, fügte Merz hinzu.
Direkter Draht zu Trump
Merz erklärte, er habe US-Präsident Donald Trump bereits zweimal persönlich seine Skepsis mitgeteilt. „Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage“, sagte der Bundeskanzler. Der Krieg habe unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaftsleistung und koste viel Geld.
Angebot zur Minenräumung
Deutschland halte sein Angebot aufrecht, mit Minensuchbooten die Straße von Hormus wieder zu öffnen, die für die globale Ölversorgung zentral ist. Voraussetzung sei jedoch ein Ende der Kampfhandlungen. Trump werde die kritischen Töne aus Berlin wohl nicht gern hören. Bereits im März hatte Merz eingeräumt, dass Trump wegen seiner Kritik nicht gut auf ihn zu sprechen sei.
EU-Projekttag in Marsberg
Der Besuch am Carolus-Magnus-Gymnasium war Teil des EU-Projekttags, bei dem Schulen bundesweit Aktionen zur Europäischen Union veranstalten. Der Projekttag wurde 2007 von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ins Leben gerufen und dient dazu, Jugendlichen die Europapolitik näherzubringen.



