Letzter Auftritt vor Schicksalswahl: Orbáns Anhänger glauben fest an Sieg in Ungarn
Sie sind bereit, den Burgberg von Budapest hinaufzusteigen, um ihren „Viktor“ zu sehen: Tausende Menschen versammelten sich am Samstagabend zur Abschlusskundgebung von Premierminister Viktor Orbán (62) vor der entscheidenden Parlamentswahl am Sonntag. Die Stimmung unter den Anhängern der regierenden Fidesz-Partei ist zuversichtlich, trotz gegenteiliger Prognosen aus dem Oppositionslager.
„Wir werden siegen!“ – Orbáns Botschaft an seine Anhänger
Als Viktor Orbán endlich die Bühne betrat, rief er den begeisterten Zuschauern zu: „Wir werden siegen!“ Die Menge antwortete mit dem Schlachtruf „Hajra, hajra, Hungária!“, der normalerweise der Fußballnationalmannschaft vorbehalten ist. Orbán wählte für seine Rede bewusst den Ort vor der Statue des Heiligen Stephan, des ersten christlichen Königs Ungarns, was die Verbindung von Nationalstolz und konservativen Werten unterstrich.
Der Premierminister wurde politisch deutlich: „Diese Wahl geht um den Frieden. Wir werden nicht unsere Kinder, unser Geld und unsere Waffen in die Ukraine schicken. Wir werden es nicht zulassen, dass die Ungarn ausgeraubt werden.“ Orbán betonte, Ungarn müsse sich „aus diesem Krieg zwischen zwei slawischen Nationen raushalten“ und verwies auf Sicherheit als zentrales Wahlkampfthema.
Anhänger verteidigen Orbáns Politik
Unter den Teilnehmern herrscht Einigkeit über die Erfolge der vergangenen Jahre. Anja (21), die mit vier Freundinnen zur Kundgebung kam, erklärte: „Klar will ich, dass Fidesz gewinnt, die haben die letzten Jahre doch einen Super-Job gemacht und das würde alles den Bach runtergehen.“ Virág (44), Mutter von drei Kindern, betonte konkrete Vorteile: „Ich zahle keine Einkommenssteuer – das habe ich der Orbán-Regierung zu verdanken.“
Die konservativen Werte wurden von älteren Teilnehmerinnen besonders hervorgehoben. Anna Szalai (78) und Sarlota (84) sagten im Gespräch: „In Ungarn ist ein Mann noch ein Mann und eine Frau eine Frau – so, wie es der Schöpfer vorgesehen hat.“
Spannungen am Rande der Veranstaltung
Obwohl Oppositionelle sich in die Menge gemischt hatten und auf Umfragen verwiesen, die einen möglichen Regierungswechsel andeuten, blieb die Stimmung überwiegend friedlich. Einzelne Zwischenfälle, wie ein Mann, der einen Oppositionellen anschrie: „Wähle Fidesz, wenn du nicht aufs Maul kriegen willst!“, wurden von Ordnern schnell unter Kontrolle gebracht.
Orbán selbst griff indirekt die Opposition an, als er sagte: „Vielleicht ist unsere Versammlung langweiliger, wir können nunmal keine Hoden-Partys veranstalten.“ Damit spielte er auf einen Vorfall beim Oppositionskonzert am Vorabend an, bei dem ein Sänger seine Genitalien auf der Bühne entblößt hatte.
Internationale Positionierung und Wahlausblick
In seiner Rede vermied Orbán direkte Erwähnungen von Wladimir Putin, konzentrierte sich stattdessen auf die Beziehungen zu den USA: „Die USA unterstützen uns, und das garantiert unsere Sicherheit.“ Gleichzeitig kritisierte er die Europäische Union scharf: „Der Westen ist nicht Brüssel. Wir stehen für ein christliches, nationales Europa – und die Amerikaner sagen jetzt dasselbe.“
Für viele Anhänger wie Zoltán (51) ist die Wahl eine klare Entscheidung: „Fidesz steht für Sicherheit, Tisza für Chaos und Ausbeutung aus Brüssel. Dann ist Apokalypse.“ Annamária Nagy (61) fasste die Stimmung vieler zusammen: „Es ist doch ganz einfach: Wir wollen Frieden und Sicherheit.“
Ob dies für einen erneuten Wahlsieg reicht, wird sich am Sonntag zeigen. Für die tausenden Menschen auf dem Burgberg steht jedoch fest: Ihr Viktor wird auch diesmal siegen.



