Gladbach-Fans protestieren gegen Kapitän Reitz: 'Niemals unser Kapitän' in Leipzig
Protest gegen Kapitän Reitz: Gladbach-Fans zeigen Transparent

Borussia Mönchengladbachs Fans protestieren gegen eigenen Kapitän Rocco Reitz

In einer emotionalen Szene beim Auswärtsspiel von Borussia Mönchengladbach bei RB Leipzig entrollten die mitgereisten Fans ein deutliches Transparent gegen ihren eigenen Kapitän. „Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein“ stand auf dem Banner, das sich direkt gegen Rocco Reitz richtete. Der Mittelfeldspieler hatte erst kürzlich bekannt gegeben, dass er nach 17 Jahren bei der Borussia im Sommer zum Ligakonkurrenten RB Leipzig wechseln wird.

Reitz wechselt nach 17 Jahren zu RB Leipzig

Rocco Reitz, der seit 2009 alle Jugendmannschaften von Borussia Mönchengladbach durchlaufen hat und damit das komplette Nachwuchssystem des Vereins durchschritten hat, wird den Verein nach der aktuellen Saison verlassen. Der 24-Jährige hat einen Vertrag bis 2031 bei RB Leipzig unterzeichnet, was bei den treuen Gladbach-Anhängern auf massive Ablehnung stößt. Während des gesamten Spiels in Leipzig wurden nicht nur die Aktionen der Heimmannschaft konsequent ausgepfiffen, sondern auch die Spielzüge des eigenen Kapitäns mit deutlichem Missfallen quittiert.

Teamkollegen und Trainer zeigen Verständnis für Fans

Teamkollege Philipp Sander versuchte nach der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft die Situation zu entschärfen. „Rocco ist sportlich wichtig für uns, deshalb ist das für uns kein Thema“, betonte der Gladbacher Spieler. Gleichzeitig räumte er ein: „Ich kann nicht beeinflussen, was die Fans machen. Ich glaube, Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach so einer Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommt.“

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Auch Trainer Eugen Polanski zeigte sich verständnisvoll gegenüber der Fanreaktion. „Ich glaube, das ist freie Meinungsäußerung, und ich denke, die Fans haben ein gutes und vernünftiges Recht, so ein Plakat hier aufzuhängen“, erklärte der Gladbach-Trainer nach dem Spiel. „Mir war nur wichtig, dass das nicht auf die Mannschaft übergeht – und das tut es auch nicht. Reitz muss, und das weiß er auch, ein Stück weit damit leben. Ich glaube, dass sich das alles in einem Rahmen bewegt, der absolute Meinungsfreiheit ist.“

Protest kommt zur sportlich ungünstigen Zeit

Der öffentliche Protest gegen den eigenen Kapitän kommt zu einem sportlich schwierigen Zeitpunkt für Borussia Mönchengladbach. Die Mannschaft ist seit drei Spielen ohne Sieg geblieben und hat den angestrebten Klassenerhalt in der Bundesliga noch nicht sicher erreicht. Die emotionale Belastung durch den bevorstehenden Wechsel eines langjährigen Vereinskindes und Kapitäns zu einem direkten Konkurrenten stellt eine zusätzliche Herausforderung für das Team dar, das dringend Punkte für den Ligaverbleib benötigt.

Die Situation zeigt einmal mehr die tiefe emotionale Bindung zwischen Verein und Fans im deutschen Profifußball, besonders wenn es um Spielerwechsel zu konkurrierenden Clubs geht. Rocco Reitz, der seit seinem neunten Lebensjahr bei Borussia Mönchengladbach war, muss nun die letzten Wochen seiner Gladbacher Karriere unter besonderer Beobachtung der eigenen Anhänger absolvieren.

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