Osterwaffenruhe in der Ukraine abgelaufen: Beide Seiten werfen sich Verstöße vor
Osterwaffenruhe in Ukraine abgelaufen: Verstöße beidseitig

Osterwaffenruhe in der Ukraine beendet: Gegenseitige Vorwürfe und gespannte Frontlage

Die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest ist um Mitternacht Ortszeit am Sonntag abgelaufen. Wie bereits in früheren Jahren zu Feiertagen bezichtigten sich die Kriegsparteien Russland und Ukraine gegenseitig zahlreicher Verstöße gegen die vereinbarte Feuerpause. Beide Seiten berichteten von weiteren Angriffen der jeweiligen Gegenseite, allerdings in deutlich geringerem Umfang als an regulären Kampftagen.

Details zur Waffenruhe und ihren Verstößen

Putin hatte verfügt, dass die Waffen für 32 Stunden bis Mitternacht Ortszeit am Sonntag schweigen sollten, um den orthodoxen Christen in Russland und der Ukraine ein friedliches Osterfest zu ermöglichen. Die orthodoxen Gemeinden feierten in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen.

Der ukrainische Generalstab registrierte während der Waffenruhe insgesamt 2.299 Verletzungen der Vereinbarung. Konkret dokumentierte er 479 Fälle von Beschuss sowie etwa 1.800 Angriffe mit kleineren Drohnen. „Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht“, teilte der Generalstab mit. Dennoch meldeten die ukrainischen Luftstreitkräfte am Morgen einen russischen Drohnenangriff im Gebiet Sumy, der für die Flugabwehr relevant war.

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Im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine gab es während der Waffenruhe einen russischen Drohnenangriff auf ein Lebensmittelgeschäft, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Die ukrainischen Behörden bestätigten diesen Vorfall.

Russische Vorwürfe und Gefangenenaustausch

Das russische Verteidigungsministerium warf der ukrainischen Armee gezielte Angriffe trotz der Osterwaffenruhe vor. Demnach habe die Ukraine russische Stellungen im Raum Pokrowsk im Gebiet Donezk sowie im Gebiet Dnipropetrowsk angegriffen. „Alle Attacken wurden abgewehrt“, hieß es aus Moskau. Aus der südrussischen Region Belgorod wurde ein Angriff mit einer ukrainischen Drohne gemeldet, durch den ein Bewohner verletzt wurde.

Kurz vor Beginn der Osterfeierlichkeiten tauschten das russische und das ukrainische Militär Hunderte Gefangene aus – jeweils 175 Militärangehörige und 7 Zivilisten. Beide Seiten kündigten an, dass diese regelmäßigen Austausche fortgesetzt werden sollen. Das ukrainische Militär warf Russland jedoch vor, am Sonntag mehrere russische Kriegsgefangene an der Front mit Kampfdrohnen angegriffen und verletzt zu haben. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Gescheiterter Vorschlag zur Verlängerung und aktuelle Frontlage

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj scheiterte mit seinem Vorschlag, aus der temporären Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftigte im russischen Staatsfernsehen, dass die Kampfhandlungen nach Ablauf der Feuerpause wieder aufgenommen würden, falls Selenskyj sich nicht auf die russischen Bedingungen für Friedensgespräche einlasse. Moskau fordert eine Gebietsabtretung im Donezk-Gebiet als Grundlage für Verhandlungen, was Kiew weiterhin kategorisch ablehnt.

Im Gebiet Donezk stehen nach Angaben von Peskow noch etwa 18 Prozent des Territoriums unter ukrainischer Kontrolle. Die Ukraine hält dort ihre strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk. Die Frontlage bleibt insgesamt gespannt, mit 55 gemeldeten Gefechten infolge russischer Angriffe im Osten des Landes am Sonntag – auch diese Meldungen konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Unterstützung gegen den russischen Angriffskrieg. Trotz der Osterwaffenruhe zeigt der Konflikt keine Anzeichen einer baldigen friedlichen Lösung, während beide Seiten weiterhin ihre militärischen Positionen behaupten.

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