Pakistan drängt auf diplomatische Lösung im Iran-Konflikt
Kurz vor Ablauf eines knappen Ultimatums der US-Regierung an Iran hat Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif US-Präsident Donald Trump um eine Verlängerung der Frist gebeten. In einem Beitrag auf der Plattform X forderte Sharif eine zweiwöchige Verlängerung, "um der Diplomatie eine Chance zu geben".
Trump droht mit "Auslöschung einer Zivilisation"
Die angespannte Lage im Nahen Osten hat sich weiter zugespitzt. US-Präsident Donald Trump verschärfte seine Drohungen gegen Iran erneut massiv und sprach von der möglichen "Auslöschung einer ganzen Zivilisation", sollte die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht freigegeben werden. Diese Wasserstraße ist für den globalen Öltransport von entscheidender Bedeutung.
Trump-Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte gegenüber dem Nachrichtenportal "Axios", dass die Bitte aus Pakistan den US-Präsidenten bereits erreicht habe. "Der US-Präsident wird 'bald' darauf reagieren", so Leavitt, ohne konkrete Details zum Zeitpunkt oder zur Art der Antwort zu nennen.
Diplomatische Vermittlungsbemühungen
In seinem Social-Media-Posting betonte Sharif die Fortschritte der diplomatischen Bemühungen: "Diplomatische Anstrengungen für eine friedliche Beilegung des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten schreiten stetig, energisch und wirkungsvoll voran mit dem Potenzial, in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen zu führen."
Pakistan fungiert in dem Konflikt als Hauptvermittler zwischen Iran und den USA. Sharif richtete auch einen Appell an Iran: "Pakistan bittet die iranischen Brüder in aller Aufrichtigkeit, die Straße von Hormus für einen entsprechenden Zeitraum von zwei Wochen als Geste des guten Willens zu öffnen."
Weitere Entwicklungen im Konflikt
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen kam es zu weiteren bedeutenden Entwicklungen:
- Vertreter des Regimes in Teheran warnten vor einer "Tragödie" und kündigten Gegenreaktionen an, sollte Trump seine Drohungen wahr machen
- Die USA und Israel griffen bereits vor Ende des Ultimatums erneut Ziele in Iran an, darunter offenbar auch zivile Infrastruktur
- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron meldete die Freilassung zweier in Iran inhaftierter Franzosen
- Eine im Irak gefangen genommene US-Journalistin soll laut Angaben einer proiranischen Miliz ebenfalls freikommen
- Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul wurden laut türkischen Behörden drei Angreifer gestoppt und zwei Polizisten verletzt
Israel bereitet sich auf Eskalation vor
Israels Armee geht davon aus, dass es in den kommenden Stunden zu verstärkten Angriffen auf israelisches Territorium kommen könnte. "Nach einer Lagebeurteilung und als Teil der Vorbereitungen auf den Ablauf des Ultimatums kann es in den kommenden Stunden zu verstärktem Beschuss israelischen Territoriums kommen", teilte das Militär auf X mit.
Die israelischen Streitkräfte betonten ihre Bereitschaft: "Die israelischen Streitkräfte sind sowohl für Verteidigung als auch für Angriff gerüstet." Iran hatte zuvor Gegenangriffe angekündigt für den Fall, dass es zu Attacken auf iranische Energieanlagen kommen sollte.
Hintergrund: Netanyahus Einfluss auf Trumps Entscheidung
Neue Enthüllungen der "New York Times" zeigen, wie der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu Trump zum Krieg überredete. Laut dem Bericht präsentierte Netanyahu zwei Wochen vor Kriegsbeginn einen Plan für einen Regimewechsel in Iran und verkaufte ihn als sicheren Sieg.
Interne Widerstände gab es jedoch:
- US-Geheimdienstchef John Ratcliffe bezeichnete Netanyahus Szenarien als "absurd"
- General Dan Caine, Chef des amerikanischen Generalstabs, kritisierte die israelische Vorgehensweise als überverkauft und unausgearbeitet
- Vizepräsident John Vance warnte vor regionalem Chaos, hohen Verlusten und explodierenden Benzinpreisen
Trotz dieser Bedenken setzte sich Trump über die Einwände hinweg. Der Bericht beschreibt, wie Trump heute von Personen umgeben ist, die ihn als "großen Mann der Geschichte" betrachten, was seine Entscheidungsfindung maßgeblich beeinflusst.



