Ein neues Telefonat zwischen Kremlchef Wladimir Putin (73) und US-Präsident Donald Trump (79) sorgt für Aufsehen. Plötzlich steht eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg im Raum. Konkret geht es um eine Feuerpause rund um den 9. Mai, wenn Russland den Sieg über Nazi-Deutschland feiert. Doch das vermeintlich großzügige Friedensangebot ist bei näherem Hinsehen vor allem eine Sicherheitsgarantie für Putins Protz-Parade.
Parade-Angst
Klar ist: Für die Ukraine wäre das kein Schritt zum Frieden, sondern nur eine kurze Pause – ausgerechnet dann, wenn der Kreml seine große Siegesparade absichern will. Die steht diesmal nämlich unter besonderen Vorzeichen: keine Panzer, keine Raketenwerfer, keine rollende Militärtechnik auf dem Roten Platz. Stattdessen sollen vor allem Soldaten marschieren, dazu Flugzeuge am Himmel. Für den Kreml, der den 9. Mai traditionell als Machtdemonstration inszeniert, ist das ein auffälliger Schritt.
In der Sendung des russischen Exil-Senders Doschd erklärte Militäranalyst Ruslan Leviev (39) den Schritt mit der Angst vor ukrainischen Angriffen. Militärtechnik werde vor Paraden gesammelt und vorbereitet – und wäre damit ein leichtes Ziel für Drohnen oder Raketen. Soldaten mitten in der Stadt seien dagegen schwerer gezielt zu treffen.
Nur Ruhe für Putins Show?
Dazu passen auch die wiederholten Internet-Sperren in Moskau und anderen russischen Regionen. Offiziell verweisen russische Behörden dabei auf Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche Drohnenangriffe. Rund um den 9. Mai dürfte der Kreml die Hauptstadt deshalb besonders streng kontrollieren – auch weil Putins eigener Auftritt auf der Parade zum Sicherheitsrisiko werden könnte.
In Kiew will man aber genau wissen, was hinter Putins Angebot steckt. Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) ließ nach eigenen Angaben prüfen, ob es um eine echte Waffenruhe geht oder nur um „ein paar Stunden Sicherheit für die Parade in Moskau“. Die Ukraine fordert weiter eine langfristige Feuerpause, Putins Vorstoß wirkt dagegen wie ein Sicherheitsdeal nur für den Kreml.



