Russland greift Ukraine erneut massiv aus der Luft an
In der Nacht zum 9. Februar 2026 hat Russland die Ukraine erneut mit einem massiven Luftangriff überzogen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden dabei elf ballistische Raketen und 149 Drohnen eingesetzt, von denen 116 abgeschossen oder neutralisiert werden konnten. Die Angriffe richteten sich gezielt gegen die kritische Infrastruktur des Landes.
Menschenleben verloren und massive Stromausfälle
Bei den nächtlichen Attacken kamen mindestens vier Menschen ums Leben. In der ostukrainischen Stadt Bohoduchiw in der Region Charkiw starben eine Mutter und ihr zehnjähriger Sohn. In der Hafenstadt Odessa im Süden wurde ein Mensch getötet, in der nördlichen Region Tschernihiw ein 71-jähriger Mann. Dutzende weitere Personen wurden verletzt, darunter ein 13-jähriges Mädchen in der Region Dnipropetrowsk.
Die Angriffe verursachten massive Stromausfälle in mehreren Regionen. In der westlichen Region Wolhynien, direkt an der Grenze zum NATO-Mitglied Polen, wurde ein Umspannwerk beschädigt, was in der Stadt Nowowolynsk zu einem Stromausfall bei über 80.000 Haushalten führte. Auch Bahnanlagen in den Regionen Sumy und Tschernihiw wurden getroffen.
Selenskyj kündigt Vergeltung gegen russische Energieinfrastruktur an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte in seiner täglichen Videoansprache mit deutlichen Worten auf die jüngsten Angriffe. Er erklärte, dass nun auch russische Energieinfrastruktur ein legitimes Ziel für ukrainische Angriffe sei. Der Energiesektor stelle eine wichtige Geldquelle für die Finanzierung russischer Waffen dar.
"Wir müssen uns nicht entscheiden, ob wir ein militärisches Ziel oder die Energieversorgung angreifen. Es ist dasselbe", sagte Selenskyj. "Entweder bauen wir Waffen und greifen ihre Waffen an. Oder wir greifen die Quelle an, aus der ihr Geld generiert und vermehrt wird. Und diese Quelle ist ihr Energiesektor. All dies ist für uns ein legitimes Ziel."
Hintergrund der Eskalation
Die jüngsten Angriffe erfolgten trotz laufender Friedensgespräche, die von den USA vermittelt werden. Selenskyj hatte zuvor erklärt, die US-Regierung unter Donald Trump dränge auf eine Lösung zur Beendigung des Krieges noch vor dem Sommer. Seit Herbst 2025 hat Russland seine Angriffe auf das ukrainische Energienetz verstärkt, was bei winterlicher Kälte Millionen Menschen ohne Strom und Heizung zurückließ.
Die gezielten Angriffe auf die Infrastruktur zeigen, dass sich die Kriegstaktik verändert hat. Während früher vor allem militärische Ziele im Fokus standen, richtet sich die russische Strategie nun zunehmend gegen die zivile Versorgung, um die ukrainische Bevölkerung zu demoralisieren und die Wirtschaft zu schwächen.
Die humanitäre Situation in den betroffenen Regionen bleibt angespannt. Die Stromausfälle beeinträchtigen nicht nur die Heizung in den kalten Wintermonaten, sondern auch die medizinische Versorgung, die Kommunikation und die Grundversorgung der Bevölkerung. Internationale Hilfsorganisationen warnen vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Krise.



