Russlands einziger Verbündeter im Nahen Osten: Greift Putin jetzt im Iran ein?
Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) gilt als enger Verbündeter des Mullah-Regimes im Iran. Doch wird er ihnen auch militärisch zur Seite stehen, nachdem israelische und amerikanische Truppen einen tödlichen Angriff auf Ober-Mullah Ali Chamenei (86) verübt haben? Putin bezeichnete den Vorstand pflichtschuldig als „zynischen Mord“, was angesichts der Allianz zwischen Russland und dem Iran nicht überrascht. Die Mullahs unterstützten Putin nachweislich im Ukraine-Krieg mit wichtigen Waffenlieferungen.
Offizielle Stellungnahmen und reale Möglichkeiten
Aus dem russischen Außenministerium heißt es offiziell, Russland sei „wie zuvor bereit, zur Suche nach friedlichen Lösungen auf der Grundlage des Völkerrechts, gegenseitigen Respekts und eines Interessenausgleichs beizutragen“. Bisher sind jedoch keine konkreten Maßnahmen bekannt, die den Iran gegen die USA und Israel unterstützen würden. Der Iran hatte Russland lange mit entscheidenden Waffen im Angriffskrieg gegen die Ukraine versorgt, darunter unzählige „Shahed“-Drohnen und Raketen im Wert von rund 2,3 Milliarden Euro. Diese Lieferungen stellten eine wichtige Einnahmequelle für das Teheraner Regime dar.
Generell ist das Regime in Teheran der letzte enge Verbündete Russlands im Nahen Osten, doch militärische Hilfe aus Moskau können die Mullahs nicht erwarten. Irans Präsident Massud Peseschkian (71) braucht daher nicht auf direkte Unterstützung aus Moskau zu warten, wie Sicherheitsexperten betonen.
Expertenmeinungen und historische Beispiele
Sicherheitsexperte Peter Neumann vom King's College in London bezeichnet Putin im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer als „einen schlechten Verbündeten“. Er verweist darauf, dass sich dies bereits im Zwölf-Tage-Krieg zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni zeigte, als Russland dem Iran nicht zur Hilfe kam. Ein ähnliches Muster sei in Venezuela zu beobachten, wo Russland dem eigentlich verbündeten Regime nicht half, als es von den USA angegriffen wurde. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das jetzt ändert“, so Neumann. „Russland ist ein schlechter Verbündeter.“
Zwar beobachte man in Moskau die Lage genau, „aber ich glaube nicht, dass Russland ein Interesse daran hat, an einem direkten Konflikt mit Amerika teilzunehmen.“ Hintergrund sei, dass Putin glaube, Amerika bei seinem eigenen Krieg in der Ukraine „in der Tasche zu haben“. US-Präsident Donald Trump (79) hatte sich zuletzt eher für Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland ausgesprochen, um den Krieg dort zu beenden. Sollte sich Russland nun offen gegen die USA im Iran stellen, könnte sich Trumps Meinung schnell wieder drehen – und das wäre schlecht für Putin.
Fehlende Verpflichtungen und strategische Überlegungen
Bei aller Nähe zu den Mullahs gibt es für Putin keine Verpflichtung, dem Iran zu helfen. Die beiden Staaten hatten zwar eine offizielle „strategische Partnerschaft“ vereinbart, doch eine Beistandsklausel wie bei der Nato existiert nicht. Dies unterstreicht, dass die Beziehung eher auf gegenseitigem Nutzen basiert als auf festen Bündnisverpflichtungen. Die strategischen Interessen Russlands scheinen daher vorrangig auf den eigenen Konflikten wie dem in der Ukraine zu liegen, anstatt sich in einen weiteren Krieg im Nahen Osten zu verstricken.
Insgesamt deuten die Analysen darauf hin, dass Russland trotz der engen Verbindung zum Iran keine militärische Intervention planen wird. Stattdessen dürfte Moskau weiterhin diplomatische Kanäle nutzen, um seine Position zu wahren, ohne sich direkt in den Konflikt einzumischen. Diese Haltung könnte die Beziehung zu Teheran belasten, zeigt aber gleichzeitig die pragmatische Außenpolitik des Kremls in unsicheren Zeiten.



