Selenskyj telefoniert mit Papst Leo XIV. während russischer Oster-Eskalation in Ukraine
Selenskyj spricht mit Papst während russischer Oster-Angriffe

Telefonat während des Angriffs: Selenskyj und Papst Leo XIV. sprechen über humanitäre Hilfe

In einer dramatischen Entwicklung am Karfreitag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Telefonat mit Papst Leo XIV. geführt, während gleichzeitig russische Streitkräfte die Ukraine mit einem massiven Raketen- und Drohnenangriff überzogen. Selenskyj beschrieb die Situation in einem Beitrag auf der Plattform X als klare Antwort Russlands auf sein Angebot einer Waffenruhe über die Osterfeiertage.

Massiver Angriff trotz Friedensangebot

Genau in dem Moment, als wir uns unterhielten, griffen die Russen die Ukraine erneut an – mit Hunderten von ›Shaheds‹ und Dutzenden Raketen, schrieb Selenskyj. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär über Nacht und tagsüber mehr als 500 Drohnen und 37 Raketen unterschiedlichen Typs ein. Zwar konnte der Großteil der Flugkörper abgefangen werden, dennoch gab es an mindestens 20 Orten Einschläge.

Im Umland der Hauptstadt Kyjiw wurde nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt. Die Angriffe am helllichten Tag führten zudem zu Stromausfällen in der Dreimillionenstadt Kyjiw und anderen Regionen. Als Vorsichtsmaßnahme ließ die polnische Armee eigene Abfangjäger aufsteigen, obwohl es keine Verletzungen des polnischen Luftraums gab.

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Humanitäre Gespräche mit dem Vatikan

Das Telefonat zwischen Selenskyj und Papst Leo XIV. stand laut beiden Seiten im Zeichen humanitärer Bemühungen. Ich sprach über den Verhandlungsprozess und unsere Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Team, erklärte Selenskyj. Außerdem bedankte ich mich für die Unterstützung bei der Rückführung unserer entführten Kinder und für die gesamte humanitäre Hilfe, die der Vatikan unserem Volk geleistet hat, insbesondere in diesem schwierigen Winter.

Der Vatikan bestätigte das herzliche Gespräch, bei dem Papst Leo XIV. seine Glückwünsche zum Osterfest überbrachte und seine Verbundenheit mit dem ukrainischen Volk bekräftigte. Beide Seiten betonten die Dringlichkeit, der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung notwendige Hilfe zukommen zu lassen, und äußerten den Wunsch nach einer baldigen Beendigung der Feindseligkeiten.

Russische Reaktion und militärische Entwicklungen

Selenskyj kritisierte scharf, dass Russland sein Waffenruhe-Angebot zu Ostern nicht nur ignoriert, sondern die Angriffe sogar verstärkt habe. Im Grunde haben die Russen ihre Angriffe nur noch verstärkt und das, was eigentlich eine Waffenruhe am Himmel hätte sein sollen, in eine Eskalation zu Ostern verwandelt, so der ukrainische Präsident. Allerdings feiern die orthodoxen Kirchen in der Ukraine und Russland Ostern erst kommende Woche am 12. April.

Parallel zu den Gesprächen meldete der ukrainische Generalstab einen erfolgreichen Angriff auf eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Ufa, die mehr als 1400 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. In der Anlage brach nach dem Angriff ein Feuer aus. Gleichzeitig stürzte nach Moskauer Angaben ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Suchoi Su-30 bei einem Übungsflug auf der annektierten Halbinsel Krim ab, wobei sich die Besatzung mit dem Schleudersitz retten konnte.

Politische Spannungen im Hintergrund

Die diplomatischen Bemühungen finden vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen innerhalb der Nato statt. US-Präsident Donald Trump wirft den Mitgliedsstaaten vor, den USA nicht in ihrem Krieg gegen Iran beizustehen. Der ehemalige russische Präsident Dmitrij Medwedew warnte in diesem Zusammenhang, ein möglicher Austritt der USA aus der Nato könnte für Russland negative Folgen haben, da sich die Europäische Union dann in ein feindseliges Militärbündnis verwandeln könnte.

Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland sind derweil ins Stocken geraten, was Selenskyj dazu veranlasst, Russland mangelndes Interesse an ernsthaften Friedensverhandlungen vorzuwerfen. Trotz der schwierigen Lage betonte der ukrainische Präsident, dass die Situation an der Front die beste in den vergangenen zehn Monaten sei und ukrainische Truppen eine russische Offensive vereitelt hätten.

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