Britische Regierungskrise: Mandelson-Abfindung erschüttert Downing Street
Die Affäre um den ehemaligen Labour-Politiker Lord Peter Mandelson (72) bringt Premierminister Keir Starmer (63) massiv unter Druck. Jetzt veröffentlichte Dokumente enthüllen brisante Details über eine umstrittene Abfindungszahlung und belastende Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
75.000 Pfund für den ehemaligen Botschafter
Aus den Unterlagen geht hervor, dass Mandelson nach seiner Entlassung als Botschafter Großbritanniens in den USA eine Abfindung in Höhe von 75.000 Pfund (rund 87.000 Euro) erhielt. Der Labour-Grande war wegen seiner Freundschaft mit dem verstorbenen Jeffrey Epstein (†66) von seinem Posten zurückgetreten. Besonders brisant: Mandelson hatte ursprünglich 547.000 Pfund (634.000 Euro) Entschädigung für den Verlust seines mit 161.000 Pfund jährlich dotierten Amtes gefordert und mit rechtlichen Schritten gedroht.
Staatssekretär Olly Robbins (50) vom Außenministerium kommentierte das ausgehandelte Paket mit den Worten: „Das ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Sein Kollege James Murray (42) aus dem Finanzministerium erklärte, er würde die Zahlung „gern“ genehmigen – inklusive einer Abfindung von 34.000 Pfund sowie einer Zahlung anstelle einer Kündigungsfrist.
Starmers Wissen um Epstein-Kontakte
Die Dokumente belegen gleichzeitig, dass Keir Starmer bei Mandelsons Ernennung im Dezember 2024 über dessen anhaltende Kontakte zu Epstein informiert war. Ein dreiseitiger Due-Diligence-Bericht vom 11. Dezember 2024 verwies ausdrücklich auf Berichte über eine „besonders enge Beziehung zu Prinz Andrew und Lord Peter Mandelson“.
Laut dem Bericht dauerte die Verbindung bis in die 2000er Jahre an und setzte sich sogar nach Epsteins erster Verurteilung 2008 fort. Mandelson soll sich im Juni 2009, während Epstein im Gefängnis saß, in dessen Haus aufgehalten haben. Zudem wird erwähnt, dass der ehemalige Minister 2014 „zugestimmt hat, Gründungsmitglied einer von Ghislaine Maxwell gegründeten und von Epstein finanzierten Meeresschutzorganisation zu werden“.
Politische Konsequenzen und Ermittlungen
Lord Mandelson wurde am 23. Februar wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, als Wirtschaftsminister vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben zu haben. Er bestreitet jegliches strafbares Fehlverhalten. Nach seiner Festnahme kam er gegen Kaution frei, musste jedoch später seinen Reisepass abgeben.
Eine interne Notiz enthüllt, dass Starmer Mandelson erst entließ, nachdem geleakte E-Mails „die Tiefe und das Ausmaß einer Beziehung zu Epstein offenbarten, die ihm zuvor nicht bekannt war“. Der Premierminister betonte bei einem Treffen seine „tiefe Besorgnis um die Opfer von Epstein“.
Sturm im Unterhaus und Forderungen nach Transparenz
Die Veröffentlichung der ersten 147 Seiten – weitere Tausende sollen folgen – sorgt für heftige Kritik der Konservativen. Oppositionspolitiker Neil O’Brien (47) empörte sich: „70.000 Pfund für den Verrat an Großbritannien. Unfassbar.“ Der nordirische Schattenminister Alex Burghart (48) erklärte, niemand werde dem Premierminister jemals wieder vertrauen können, und forderte vollständige Offenlegung aller Dokumente.
Die Regierung betont dagegen Transparenz. Ein Minister erklärte, man werde eine zweite Tranche von Dokumenten veröffentlichen, wobei einige Akten wegen nationaler Sicherheit oder laufender Ermittlungen der Metropolitan Police zurückgehalten würden. Die endgültige Entscheidung darüber liegt beim Geheimdienst- und Sicherheitsausschuss des Parlaments.
Diese Enthüllungen stellen eine erhebliche Belastung für Keir Starmers Regierung dar und werfen Fragen über Entscheidungsprozesse und Transparenz in der Downing Street auf. Die politischen Folgen dieser Affäre könnten noch weitreichender sein, als bisher absehbar.



