Machtkampf in Labour: Streeting unterstützt Burnhams Kandidatur
Streeting stützt Burnhams Kandidatur gegen Starmer

In der britischen Labour-Partei zeichnet sich ein immer deutlicherer Machtkampf ab. Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, positioniert sich als zentraler parteiinterner Herausforderer von Premierminister Keir Starmer. Nun erhält er Unterstützung vom zurückgetretenen Gesundheitsminister Wes Streeting.

Streeting: Burnham ist einer unserer besten Spieler

„Wir brauchen unsere besten Spieler auf dem Platz. Es besteht kein Zweifel daran, dass Andy Burnham einer von ihnen ist“, schrieb Streeting auf der Plattform X. Burnham strebt ein Unterhaus-Mandat im Wahlkreis Makerfield an, westlich von Manchester gelegen. Der bisherige Labour-Abgeordnete Josh Simons hatte seinen Rücktritt angekündigt, sodass eine Nachwahl erforderlich wird.

Burnhams Ambitionen auf nationaler Ebene

Burnham machte aus seinen Ambitionen keinen Hehl. „Von Greater Manchester aus sind die Möglichkeiten begrenzt“, erklärte er am Donnerstagabend auf X. „Viel größere Veränderungen sind auf nationaler Ebene notwendig, wenn das tägliche Leben wieder erschwinglicher werden soll.“ Er werde daher die Genehmigung des National Executive Committee (NEC) der Labour-Partei beantragen, um bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield antreten zu dürfen.

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Burnham gilt bereits seit Langem als potenzieller Nachfolger Starmers für den Labour-Vorsitz. Der Bürgermeister war bereits Minister unter Gordon Brown und hat sich in Manchester als Labour-Politiker mit einem eigenen Machtzentrum neu erfunden. Allerdings fehlt ihm bislang ein Sitz im Unterhaus, um Starmer als Premierminister herauszufordern. Premierminister müssen in der Regel Mitglieder des Parlaments sein.

Starmers Machtbasis bröckelt

Starmers Position war durch den Rücktritt Streetings am Donnerstag weiter geschwächt worden. In seinem Rücktrittsschreiben an Starmer hieß es: „Es ist nun klar, dass Sie die Labour-Partei nicht in die nächste Unterhauswahl führen werden.“ Streeting ließ jedoch offen, ob er selbst für das Amt des Premierministers kandidieren werde.

Burnhams wirtschaftspolitische Vision: „Manchesterismus“

Burnham will die marode britische Wirtschaft mit staatlichen Interventionen und höheren Steuern für Besserverdienende und Vermögende wieder ankurbeln. Als Blaupause dient der von ihm initiierte „Manchesterismus“. Ein Beispiel dafür ist die Reform des öffentlichen Personennahverkehrs: Nach Jahrzehnten der Privatisierung liegt die Kontrolle von Bussen und Bahnen wieder in öffentlicher Hand.

Die Entwicklungen in der Labour-Partei werden mit Spannung verfolgt, da sie weitreichende Auswirkungen auf die britische Politik haben könnten. Sollte Burnham tatsächlich ins Unterhaus einziehen, wäre der Machtkampf um die Führung der Partei und des Landes wohl endgültig eröffnet.

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