Ted Turner: Der CNN-Gründer und seine große Liebe Jane Fonda
Ted Turner: CNN-Gründer und Jane Fondas große Liebe

Tallahassee (Florida) – Ted Turner war ein Mann, der sich niemals klein machte. Er dachte lauter, unbequemer und visionärer als andere und wagte Dinge, über die viele nur den Kopf schüttelten. Nun ist der Gründer von CNN im Alter von 87 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben.

Der Mann, der die Welt in Echtzeit zeigte

Als Turner 1980 einen Nachrichtensender gründete, der rund um die Uhr senden sollte, hielten viele das für größenwahnsinnig. Ein Kanal, der nie abschaltet? Turner erkannte, was andere übersahen: Die Welt richtet sich nicht nach Sendezeiten. CNN wurde zur Revolution – spätestens im Golfkrieg 1991. Aus dieser Idee entstand ein globales Medienimperium mit Sendern wie TNT, Cartoon Network und Turner Classic Movies.

Er war Segler, America’s-Cup-Sieger, Besitzer des Baseball-Teams Atlanta Braves, Milliardär und Provokateur. Einer, der aneckte, überzog, sich entschuldigte und weitermachte. „Wenn ich nur ein bisschen bescheidener wäre, wäre ich perfekt“, sagte er einmal.

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Und dann war da diese Liebe

Als Ted Turner Anfang der 90er-Jahre Jane Fonda begegnete, trafen zwei Ikonen aufeinander. Sie heirateten 1991. Fonda zog sich aus dem Filmgeschäft zurück und lebte mit ihm zwischen Ranches, Medienmacht und öffentlicher Bühne. „Ich dachte, es würde für immer sein“, sagte sie später. Es war eine große, intensive, widersprüchliche Beziehung – zwei starke Persönlichkeiten, die einander anzogen, aber nicht halten konnten. 2001 folgte die Trennung.

Doch es blieb etwas, sehr viel sogar, und das zeigt sich jetzt in ihren Worten. Er sei „glorreich gut aussehend, zutiefst romantisch, ein draufgängerischer Pirat“, schreibt die heute 88-jährige Jane Fonda. Ein Mann, der „in mein Leben hineinstürmte“. Sie beschreibt ihn nicht als perfekten Menschen, sondern als einen, der sie verändert hat. Einen, der sie herausforderte, inspirierte, mitriss. „Ted Turner hat mir geholfen, an mich selbst zu glauben. Er hat mir Selbstvertrauen gegeben. Ich glaube, ich habe das auch für ihn getan – aber dazu werden Frauen erzogen. Männer wie Ted sollen eigentlich keine Bedürftigkeit und Verletzlichkeit zeigen. Genau das war, glaube ich, seine größte Stärke.“

In ihren Erinnerungen klingt an, was diese Beziehung ausmachte: Energie, Widerspruch, Nähe. „Neben Katharine Hepburn war Ted der ehrgeizigste Mensch, dem ich je begegnet bin – und es war faszinierend, das mitzuerleben. Ob es darum ging, wer am Ende des Tages mehr Abfahrten geschafft hatte, wie viele Hektar Land jemand besaß (wobei ‚verwaltet‘ das treffendere Wort für sein Verhältnis zum Land ist), wer die meisten Milliarden hatte oder in wie vielen Ländern er mit seiner früheren Geliebten geschlafen hatte und ob ich da mithalten könne – es war herausfordernd. Ted war herausfordernd. Aber ich habe mich immer gern Herausforderungen gestellt, und bei Ted hat es sich fast immer gelohnt.“

Jane Fonda beschreibt Turner als jemanden, der mit voller Wucht ins Leben ging – und andere mitnahm. „Ich bin nie wieder dieselbe gewesen“ – dieser Satz steht da wie ein leises Fazit über alles, was zwischen ihnen war.

Ein Leben voller Abenteuer

Turner selbst hätte daraus wohl keine große Szene gemacht. Für ihn war das Leben ein Abenteuer. Er spendete Milliarden, engagierte sich für Umwelt und Frieden, warnte vor Atomwaffen. Sein Weg war kein glatter – sondern einer voller Brüche, Risiken und neuer Anläufe.

Vielleicht liegt genau darin sein Vermächtnis. Nicht nur CNN, nicht nur Milliarden – sondern die Spuren, die er hinterlassen hat. In der Welt. Und bei denen, die ihm nahe waren.

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