US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) scharf attackiert, nachdem dieser den Iran-Krieg kritisiert hatte. In deutschen Regierungskreisen herrscht Besorgnis über den plötzlichen Konfrontationskurs des Weißen Hauses. Die Frage ist: Handelte Merz absichtlich oder war es ein Ausrutscher?
Trumps Wut über Merz' Iran-Kritik
Bei einem Schulbesuch im Sauerland äußerte Merz am Montag unerwartet deutliche Kritik am Iran-Krieg der USA. Er sprach von einer „Demütigung“ der USA durch das Mullah-Regime. Trump reagierte umgehend auf seiner Plattform „Truth Social“ mit beißendem Spott: Merz habe „keine Ahnung, wovon er spricht“, und fügte hinzu: „Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht.“
Merz versucht zu beschwichtigen
Der Kanzler zeigte sich in einem „Spiegel“-Interview bemüht, das Verhältnis zu Trump zu wahren: „Ich habe Donald Trump gesagt, warum wir den Iran-Krieg für falsch halten. Ich versuche trotzdem, mit dem amerikanischen Präsidenten ein gutes persönliches Verhältnis aufrechtzuerhalten. Bis jetzt gelingt das auch.“ In Unionskreisen wird nun diskutiert, ob die Aussage über die Demütigung der USA möglicherweise unbeabsichtigt war. Merz selbst spielte den Konflikt am Mittwoch herunter: „Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander. Der Bundesaußenminister ist heute Morgen aus New York zurückgekehrt und hat von vielfältigsten Gesprächen berichtet, die er dort auch mit der amerikanischen Regierung geführt hat. Wir sind also nach wie vor, um es englisch bzw. amerikanisch zu sagen, in good speaking terms.“
Der tiefere Bruch im transatlantischen Verhältnis
Beobachter werten Merz' Formulierung als beschönigend. Ein Regierungschef würde nicht von „gutem Einvernehmen“ sprechen, wenn die Beziehung reibungslos wäre. Tatsächlich ist Trump verärgert über europäische Länder, die seine Iran-Entscheidung nicht vorbehaltlos unterstützen. Das Weiße Haus soll intern sogar eine Liste „braver“ und „unartiger“ NATO-Staaten geführt haben. Die Iran-Frage hat die bereits bestehende Frustration Trumps gegenüber Europa weiter verschärft. Schon seit Beginn seiner zweiten Amtszeit strebt Trump danach, die Abhängigkeit Europas von den USA zu beenden. Der jüngste Eklat gibt ihm nun weiteren Anlass dazu.



