Trump droht Europa nach Iran-Krieg: NATO als Papiertiger und Truppenabzug im Raum
Trump droht Europa nach Iran-Krieg mit Konsequenzen

Trump attackiert Europa nach Iran-Krieg: Droht das Ende der NATO-Allianz?

Die europäische Zurückhaltung während des Iran-Kriegs hat einen massiven Wutausbruch von US-Präsident Donald Trump ausgelöst. Der amerikanische Präsident droht Europa nun mit schwerwiegenden Konsequenzen und stellt die Zukunft des transatlantischen Bündnisses infrage.

Wutausbruch auf Truth Social: Trump nennt Europäer "Feiglinge"

In einem emotionalen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social attackierte der 79-jährige Präsident die europäischen Verbündeten scharf. "Ohne die USA ist die NATO ein Papiertiger!", schrieb Trump am Freitag. Er warf den Europäern vor, sich nicht am Kampf gegen ein atomar bewaffnetes Iran beteiligt zu haben, jetzt aber über hohe Ölpreise zu klagen, ohne bei der Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus helfen zu wollen.

"So leicht für sie zu tun, bei so geringem Risiko. FEIGLINGE – und wir werden uns erinnern!", wetterte der US-Präsident weiter. Die Straße von Hormus gilt als Hauptgrund für die aktuell hohen Ölpreise, da sie eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte darstellt.

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Expertin warnt: "Politisch ist das de facto ein Ende des Bündnisses"

Sicherheitsexpertin Claudia Major bewertet die drastische Kritik aus dem Trump-Umfeld als äußerst bedenklich. Im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer erklärte sie: "Politisch ist die Botschaft de facto ein Ende des Bündnisses." Bislang habe es zwar politische Spannungen zwischen den USA und Europa gegeben, vor allem wegen Uneinigkeiten über die Bündnisverteidigung und die Ukraine, doch praktisch habe sich noch "nicht viel geändert".

Major stellt jedoch eine entscheidende Frage in den Raum: "Ob die USA nicht nur politisch-rhetorisch die Europäer fallen lassen, sondern dass sie auch ganz praktisch konventionelle Fähigkeiten, also Masse, Schlüsselfähigkeiten, Flug- und Raketenabwehr oder auch das Nukleare infrage stellen?"

Drohender Truppenabzug und Verteidigungslücken

Die Sicherheitsexpertin geht davon aus, dass die USA ihre militärische Präsenz in Europa reduzieren werden – möglicherweise sogar auf das Niveau vor der Amtszeit von Joe Biden, der die Truppenpräsenz in Europa erhöht hatte. Das Resultat wäre eine gefährliche "Abschreckungslücke", wie Major erklärt.

"Dies sei der Eindruck, den Russland gewinnen oder andere gewinnen können, dass es zwischen unseren Zielen und unserer Bereitschaft und Fähigkeit, diese Ziele auch zu verteidigen, eine Lücke gibt", warnt die Expertin. Konkret bedeutet dies: "Wenn man jetzt auf Europa schaut, haben wir jetzt ja schon das Problem, dass wir Europäer Europa verteidigen wollen. Alleine können wir es aber nicht."

Weitere Probleme: Raketenabwehr und Lieferengpässe

Nach dem Iran-Krieg sieht Claudia Major noch mehr Schwierigkeiten auf Europa zukommen. Die Produkte, die die Ukraine dringend benötigt – insbesondere Interzeptoren für die Flug- und Raketenabwehr – werden auch von den Golfstaaten nachgefragt. Während des Iran-Konflikts seien mehr Patriot-Abfangraketen verbraucht worden, als die Ukraine in vier Jahren erhalten habe.

"Das sind Größenordnungen, die sind beunruhigend", betont Major. Mögliche Folgen: "Die Europäer werden möglicherweise vieles von dem, was sie in den USA kaufen wollten, später bekommen, weil die USA ihre eigenen Vorräte auffüllen müssen, weil sie an die Golfverbündeten denken, die finanziell gut aufgestellt sind."

Europa und vor allem die Ukraine könnten somit indirekt unter den Folgen des Iran-Konflikts und der angespannten transatlantischen Beziehungen leiden. Die militärische Kooperation zwischen den USA und Europa läuft nach Aussagen von Militärs zwar weiterhin hervorragend, doch die politischen Signale aus Washington sind alarmierend.

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