Trump droht Iran mit massiver Zerstörung: Experten warnen vor humanitären Katastrophen
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte Teheran nicht auf seine Forderungen zur Öffnung der Straße von Hormus eingehen. In einer drastischen Erklärung betonte er, die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine „völlige Zerstörung“ herbeiführen und das ganze Land in einer Nacht auslöschen. Diese Drohungen lösen bei Experten und der iranischen Bevölkerung tiefe Besorgnis aus, da sie verheerende Folgen für Zivilisten haben könnten.
Die Infrastruktur des Iran: Modern, aber verwundbar
Der Iran verfügt trotz internationaler Sanktionen über eine gut ausgebaute Infrastruktur, die in den vergangenen Jahrzehnten teils mit chinesischer Unterstützung modernisiert wurde. Das Land mit rund 90 Millionen Einwohnern verbindet Metropolen wie Teheran, Isfahan und Maschhad über ein Netz aus Autobahnen, Ringstraßen und U-Bahnen. Auf dem Land ist die Infrastruktur jedoch dünner, und das Schienennetz wird kontinuierlich ausgebaut. Als einer der größten Öl- und Gasproduzenten weltweit betreibt der Iran ein dichtes Netz an Kraftwerken, darunter große Gaskraftwerke und Staudämme, die jedoch empfindliche Ziele darstellen.
Stimmung in der Bevölkerung: Von Empörung zu Angst
Trumps Drohungen haben bei vielen Iranern, einschließlich Regierungsgegnern, zunächst Empörung ausgelöst, doch nun überwiegen Sorgen und Fassungslosigkeit. Ein Taxifahrer namens Behsad lebt in täglicher Angst und meidet Brücken, selbst wenn dies lange Umwege bedeutet. Mostafa, ein Rentner, der früher im Ölministerium arbeitete, äußert Dankbarkeit für Trumps Absicht, das Regime zu stürzen, aber auch Enttäuschung: „Derzeit trifft es eher uns. Er hat uns zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht.“ Eine pensionierte Lehrerin aus Teheran hat beschlossen, die Stadt zu verlassen, aus Angst vor Bomben, hohen Preisen und möglichen Strom- und Wasserknappheiten.
Rechtliche Implikationen: Drohen Kriegsverbrechen?
Das humanitäre Völkerrecht verpflichtet Konfliktparteien, zwischen zivilen und militärischen Zielen zu unterscheiden. Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres betont, dass Angriffe auf zivile Infrastruktur verboten sind, es sei denn, sie dienen auch militärischen Zwecken. Selbst in solchen Fällen muss der militärische Vorteil im Verhältnis zu den zivilen Schäden stehen. Ein Angriff auf ein Kraftwerk wie das Gaskraftwerk Damawand bei Teheran hätte absehbare schwere Folgen für die Zivilbevölkerung. Experten warnen, dass Trumps Drohungen, falls ernst gemeint, Kriegsverbrechen darstellen könnten.
Militärische Machbarkeit und regionale Eskalation
Militärexperten weisen darauf hin, dass der Iran im Vergleich zur Ukraine stärker der israelisch-amerikanischen Übermacht ausgeliefert ist, da er die Lufthoheit weitgehend verloren hat. Großangelegte Angriffe erfordern präzise Informationen über Hochwertziele, und bei ausreichender Feuerkraft könnten erhebliche Schäden in kurzer Zeit verursacht werden. Joseph Webster vom Atlantic Council betont jedoch, dass Angriffe auf die Energie- und Wasserinfrastruktur militärisch nur geringe Auswirkungen hätten, da das Militär hauptsächlich Diesel nutzt und unabhängig vom nationalen Stromnetz operiert. Danny Citrinowicz, ein führender Iran-Experte, warnt, dass solche Angriffe keine Kapitulation erzwingen, sondern Vergeltung provozieren und die regionale Eskalation verstärken würden.
Mögliche iranische Gegenziele
Der Iran könnte seinerseits Ziele in den Golfsaaten ins Visier nehmen, wie Entsalzungsanlagen, die für die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen entscheidend sind. Mit etwa 3.400 solcher Anlagen, von denen viele an der Küste des Persischen Golfs liegen, sind Länder wie Katar und Bahrain besonders verwundbar. Öl- und Gasanlagen sowie Technologiezentren könnten ebenfalls angegriffen werden, was die regionale Krise weiter verschärfen würde.
Seit über fünf Wochen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran, und die Gasindustrie des Landes war bereits Ziel von Bombardierungen. Die Situation bleibt angespannt, mit ungewissen Folgen für die Zivilbevölkerung und die regionale Stabilität.



