Ein Satz der US-Regierung klingt harmlos, doch seine politische Brisanz ist enorm: „Alle G20-Mitglieder werden eingeladen, an den Ministertreffen und dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs teilzunehmen“, erklärte ein ranghoher Vertreter am Donnerstag. Die Formulierung „alle“ bedeutet, dass auch Kreml-Chef Wladimir Putin (73) eine Einladung zum diesjährigen G20-Gipfel in Florida erhält. US-Präsident Donald Trump (79) geht sogar noch weiter: Putins Teilnahme sei „hilfreich“.
Putin seit Kriegsbeginn ohne Gipfel-Teilnahme
Seit dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 hat Putin an keinem Gipfeltreffen mehr teilgenommen. Trump selbst äußerte Zweifel, ob Putin kommen werde: Er „bezweifle“ dies, sagte er vor Journalisten. Dennoch ist die Einladung ein politisches Signal. In russischen Medien wird berichtet, dass die Einladung „auf höchster Ebene“ ausgesprochen wurde.
Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs
Beim vorherigen Gipfel in Südafrika (2025) drohte Putin noch die Verhaftung, da der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. Die USA erkennen das Gericht jedoch nicht an, anders als Südafrika. Somit kann Putin in Florida ohne rechtliche Konsequenzen erscheinen. Trump betonte: „Wenn er käme, wäre das wahrscheinlich sehr hilfreich.“
Jubel im Kreml über Trumps Aussagen
In Russland lösten Trumps Äußerungen Jubel aus. Margarita Simonyan (46), Chefpropagandistin des staatlichen Senders „Russia Today“, verbreitete ein Video von Trumps Aussagen auf X. Darin wundert sich Trump, warum Russland aus der Gruppe der mächtigsten Wirtschaftsnationen ausgeschlossen wurde – ein Verweis auf die G7/G8, nicht jedoch auf die G20. Putins letzte Teilnahme an einem Gipfel liegt rund sieben Jahre zurück. Zunächst verhinderte die Corona-Pandemie Reisen, später der Haftbefehl.
Trumps unerfülltes Friedensversprechen
Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, schnell einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Trotz eines persönlichen Treffens mit Putin in Alaska im Jahr 2025 bleibt er dieses Versprechen bis heute schuldig – unter anderem, weil Russland in den Verhandlungen auf seinen Maximalforderungen beharrt.



