Iran-Diplomatie: Trump sagt Verhandlungsreise ab – neue Unsicherheit
Trump sagt Iran-Verhandlungsreise ab – neuer Stillstand

Iran-Diplomatie stockt: Trump sagt Reise der Unterhändler ab

Die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Iran-Kriegs kommen nicht voran. US-Präsident Donald Trump sagte eine für Samstag geplante Reise seiner Unterhändler nach Pakistan kurzfristig ab – bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche. Zur Begründung führte Trump unter anderem einen aus seiner Sicht inakzeptablen Vorschlag aus Teheran an.

Der Iran hatte bereits zuvor klargestellt, nicht an direkten Gesprächen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, jedoch nach eigenen Angaben nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Den Besuch in Islamabad bezeichnete er auf der Plattform X als „sehr fruchtbar“ und teilte mit, er habe seine Vorstellungen für eine dauerhafte Beilegung des Konflikts übermittelt. In Richtung Washington fügte er hinzu: „Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen.“

Ungewisse Zukunft für Verhandlungen

Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist nun völlig offen. Trump äußerte sich mit Blick auf die Islamische Republik abfällig: Es gebe „innerhalb ihrer 'Führung' enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung“. Niemand wisse, wer das Sagen habe, „nicht einmal sie selbst“. Ursprünglich war geplant, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu neuen Gesprächen nach Islamabad reisen sollte. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte noch am Freitag mitgeteilt, die Iraner hätten um persönliche Gespräche gebeten – was Teheran umgehend dementierte.

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Trump erklärte weiter, das vom Iran vorgelegte Papier sei zu schlecht gewesen. „Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war.“ In seinen Äußerungen verzichtete Trump auf weitere Drohungen oder Beleidigungen und gab sich demonstrativ gelassen. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand, sagte er. „Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen.“

Wandel in Trumps Rhetorik

Trumps Gebaren gegenüber Teheran hat sich damit deutlich verändert: Noch vor kurzem setzte er auf maximalen militärischen Druck, stellte Ultimaten und drohte damit, „eine ganze Zivilisation“ auszulöschen, falls die Gegenseite nicht einlenke. Zu den Streitpunkten in den Verhandlungen der Kriegsparteien gehören unter anderem das iranische Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen. Die USA bestehen zudem auf einer uneingeschränkten Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Der Iran wiederum fordert unter anderem Wiedergutmachung für Kriegsschäden.

Militärische Eskalation trotz diplomatischer Pause

Während Trump rhetorisch abrüstet, baut das US-Militär seine Präsenz in der Golfregion weiter aus. Auch der Flugzeugträger „USS George H.W. Bush“ befindet sich nach US-Angaben mittlerweile im Zuständigkeitsbereich des Regionalkommandos Centcom. Es ist demnach das erste Mal seit 2003, dass drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten eingesetzt werden. Auf den Schiffen sind zusammen mehr als 200 Flugzeuge und rund 15.000 Matrosen und Marineinfanteristen stationiert.

Mit einer Seeblockade wollen die USA den Druck auf Teheran erhöhen. Sie gilt für alle Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen haben. Der Iran greift derweil immer wieder Containerschiffe an, die die Straße von Hormus passieren. Der Verkehr durch die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist seit Beginn des Krieges nahezu zum Erliegen gekommen.

US-Militär stoppt iranischen Frachter

Das US-Militär hat unterdessen einen mit Sanktionen belegten Frachter der iranischen „Schattenflotte“ abgefangen. Ein vom Zerstörer „USS Pinckney“ gestarteter Helikopter stoppte das Schiff im Arabischen Meer; es werde zurück in Richtung Iran eskortiert, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Das Schiff „M/V Sevan“ gehört zu den 19 Frachtern, die am Freitag mit US-Sanktionen belegt wurden. Diese zielen auf die sogenannte Schattenflotte des Irans ab – Schiffe mit verschleierter Eigentümerschaft, die nach US-Angaben von zentraler Bedeutung für Teherans Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport sind.

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