Trump: „Weit mehr als 5000“ – Noch mehr US-Soldaten aus Deutschland abgezogen
Trump: Weit mehr als 5000 US-Soldaten aus Deutschland

Der amerikanische Präsident Donald Trump (79) plant, deutlich mehr Soldaten aus Deutschland abzuziehen als bislang angekündigt – und setzt damit noch einmal nach. „Wir werden (die Truppenstärke) stark reduzieren, und zwar um weit mehr als 5000“, sagte er auf dem Flughafen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Erst am Freitag hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) den Abzug von rund 5000 Soldaten angeordnet.

Truppenpräsenz in Europa

Der Vorstoß geht damit über die bisher bekannten Planungen hinaus und sorgt bei den Nato-Partnern für Aufmerksamkeit. Derzeit sind rund 39.000 amerikanische Soldaten in Deutschland stationiert, insgesamt etwa 86.000 in Europa; die Zahlen verändern sich regelmäßig durch Rotationen und Übungen. Trotz möglicher Kürzungen bleibt Deutschland ein zentraler Standort der US-Streitkräfte. Einrichtungen wie das United States European Command in Stuttgart und der Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz sind wichtige Drehkreuze für Einsätze, etwa im Nahen Osten.

Nato-Sprecherin Allison Hart erklärte im Onlinedienst X, das Militärbündnis arbeite mit den USA zusammen, „um die Details ihrer Entscheidung zum Truppenkontingent in Deutschland besser zu verstehen“. Zugleich betonte sie, die „Anpassung“ unterstreiche, „dass Europa weiterhin mehr in die Verteidigung investieren und einen größeren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Sicherheit übernehmen muss“. Ähnlich äußerte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD).

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Zeitplan und Hintergründe

Der Truppenabzug soll „in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein“, erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell zuvor am Freitag (Ortszeit). Die Entscheidung folge einer umfassenden Überprüfung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa durch das Pentagon. Außer Deutschland hatte Trump auch Spanien und Italien gedroht, dort stationierte Soldaten nach Hause zu holen. „Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich“, fügte er mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg hinzu.

Widerstand im US-Kongress

Doch es regt sich bereits Widerstand im US-Kongress – von beiden politischen Lagern: In einem von der Nachrichtenagentur Reuters verbreiteten Statement erklärten die Republikaner Roger Wicker (74) und Mike Rogers (67): „Wir sind sehr besorgt über die Pläne, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen.“ Der demokratische Senator Richard Blumenthal (80) sagte bei CNN, die amerikanischen Soldaten seien in Europa stationiert, „um die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gewährleisten, und nicht, um die italienische Sonne zu genießen.“

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