Direkte Verhandlungen in Genf: Vorsichtiger Optimismus nach erstem Tag
Am Dienstag fanden in Genf (Schweiz) direkte Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs statt. Obwohl keine konkreten Ergebnisse erzielt wurden, gab es vorsichtig positive Signale nach dem ersten Gesprächstag. Das Treffen dauerte insgesamt sechs Stunden und wurde unter amerikanischer Führung durchgeführt.
US-Unterhändler spricht von bedeutenden Fortschritten
Steve Witkoff (68), Chef-Unterhändler von US-Präsident Donald Trump (79), äußerte sich am frühen Mittwochmorgen auf der Plattform X optimistisch. Er erklärte, der Tag in Genf habe „bedeutende Fortschritte“ gebracht. Witkoff betonte, er sei „stolz“, unter der Führung von Trump daran zu arbeiten, das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden. Beide Seiten werden laut seinen Angaben ihre jeweiligen Staatschefs informieren und weiter auf eine Einigung hinarbeiten. Für Mittwoch sind bereits weitere Gespräche geplant.
Frage nach Neutralität der US-Vermittlung
Doch wie neutral und unvoreingenommen ist die US-Vermittlung in Genf wirklich? Im Vorfeld der Gespräche hatte Donald Trump wiederholt den Druck auf die Ukraine erhöht und Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zu einer baldigen Einigung mit Moskau gedrängt. Trump forderte, Kiew solle „besser schnell an den Verhandlungstisch kommen“. Bemerkenswert ist, dass dabei kein Wort über die anhaltenden Angriffe durch Russland fiel.
Nachdem Kreml-Führer Putin erneut 29 Raketen und 400 Drohnen auf die Ukraine abfeuern ließ, schrieb Selenskyj am Dienstagabend auf X, sein Team müsse diese Angriffe in Genf unbedingt ansprechen. Der ukrainische Präsident betonte: „Die Ukraine ist bereit. Wir brauchen keinen Krieg!“
Bundeskanzler Merz äußert Skepsis
Wenig zuversichtlich äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) zu den Entwicklungen. In einem Podcast erklärte er: „Die Bombardements sind verschärft worden.“ Das Verhalten des Kreml zeige insgesamt von „Schwäche und Nervosität“. Merz ist überzeugt, dass der Krieg erst enden werde, wenn eine der beiden Seiten militärisch oder ökonomisch erschöpft sei. Damit äußert er deutliche Zweifel an einem baldigem Kriegsende trotz der laufenden Gespräche.
Europäische Beteiligung an den Verhandlungen
Als Vermittler aus den USA sind neben Steve Witkoff auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (45) nach Genf gereist. Überraschend war diesmal die Einbeziehung europäischer Vertreter in die Gespräche. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, Merz’ außen- und sicherheitspolitischer Berater Günter Sautter (53) sei vor Ort. Auch Italien, Frankreich und Großbritannien sind mit Sicherheitsberatern vertreten.
Zwei vorherige Gesprächsrunden in Abu Dhabi hatten kein Ergebnis gebracht. In zentralen Fragen liegen Moskau und Kiew nach wie vor weit auseinander, was die Herausforderungen für die aktuellen Verhandlungen unterstreicht.



