Ukraine hebt Reisewarnung für Ungarn nach Wahlsieg von Péter Magyar auf
Die Ukraine hat ihre Reisewarnung für Ungarn aufgehoben, nachdem der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar die Parlamentswahl gewonnen hat. Dies markiert eine deutliche Wende in den bilateralen Beziehungen, die unter dem langjährigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán von Spannungen geprägt waren.
Normalisierung der Beziehungen nach anti-ukrainischem Wahlkampf
Außenminister Andrij Sybiha erklärte am Montag in einer offiziellen Mitteilung, dass das Außenministerium in Kyjiw die frühere Empfehlung, von Reisen nach Ungarn abzusehen, nun aufhebt. „Der Wahlkampf, der leider von Manipulationen zur Ukraine geprägt war, liegt hinter uns“, so Sybiha. Die erhöhten Risiken für Provokationen, die zur Aussprache der Reisewarnung im März geführt hatten, seien damit entfallen.
Die Reisewarnung war ursprünglich verhängt worden, nachdem ungarische Behörden sieben Mitarbeiter einer staatlichen ukrainischen Bank festgenommen hatten, die Bargeld zwischen Banken in der Ukraine und Österreich transportierten. Orbán hatte in seinem Wahlkampf zudem intensiv auf anti-ukrainische Rhetorik gesetzt und vor einer möglichen Verstrickung Ungarns in den Krieg im Nachbarland gewarnt, um Wählerstimmen zu gewinnen.
Klarer Sieg für Magyar beendet Orbáns Ära
Bei der Parlamentswahl am Sonntag musste Viktor Orbán, der seit 16 Jahren regierte, eine klare Niederlage hinnehmen. Péter Magyar, der als Kritiker Russlands gilt, errang einen überwältigenden Sieg. Orbán, der enge Kontakte zum russischen Staatschef Wladimir Putin unterhält, hatte die Beziehungen zur Ukraine stark belastet.
Sybiha betonte, dass die Wahl der Ungarn das Scheitern der politischen Erpressung und der anti-ukrainischen Propaganda der Orbán-Regierung gezeigt habe. Die Ukraine hofft nun auf eine rasche Normalisierung der Beziehungen zwischen den Nachbarländern, die in den vergangenen Jahren unter erheblichem Druck standen.
Selenskyj gratuliert und bietet Zusammenarbeit an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gratulierte Péter Magyar zu seinem Wahlsieg und betonte die Bedeutung eines konstruktiven Ansatzes. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb Selenskyj, dass die Ukraine stets gute nachbarschaftliche Beziehungen zu allen europäischen Staaten angestrebt habe und bereit sei, die Zusammenarbeit mit Ungarn zu vertiefen.
„Kyjiw ist zu gemeinsamer konstruktiver Arbeit zum Wohle beider Nationen bereit“, so Selenskyj weiter. Er unterstrich, dass Europa und alle europäischen Nationen gestärkt werden müssten, da Millionen von Europäern sich Zusammenarbeit und Stabilität wünschten. Diese Aussagen deuten auf ein neues Kapitel in den ukrainisch-ungarischen Beziehungen hin, das auf Dialog und Kooperation basieren könnte.
Die Aufhebung der Reisewarnung ist ein erster konkreter Schritt in diese Richtung und signalisiert, dass die ukrainische Regierung auf eine entspanntere Phase mit dem Nachbarland setzt. Experten sehen darin eine Chance, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen nach Jahren der Konfrontation wieder zu beleben.



