Historisches Treffen: US-Kongress empfängt russische Abgeordnete trotz Ukrainekrieg
Erstmals seit Jahren haben Mitglieder des US-Kongresses Abgeordnete aus Russland empfangen. Ein Sprecher des US-Außenministeriums und eine republikanische Abgeordnete bestätigten am Donnerstag Angaben der russischen Seite. Die US-Abgeordnete Anna Paulina Luna, die Präsident Donald Trump nahesteht, veröffentlichte bei X ein Foto des Treffens. Nach Lunas Angaben war es die erste solche Begegnung seit fast 25 Jahren.
Umstrittenes Treffen in Washington
Das Treffen fand im Friedensinstitut in Washington statt, das die US-Regierung kürzlich nach Trump benannt hatte. »Als Vertreter der zwei größten Atomsupermächte der Welt schulden wir unseren Bürgern einen offenen Dialog, Ideen und offene Kommunikationskanäle«, erklärte Luna, die aus dem Bundesstaat Florida kommt. Russland und Amerika wollten den Friedens-Dialog fortsetzen.
Besuch zu einem heiklen Zeitpunkt
Russlands Wirtschaftsbeauftragter Kirill Dmitrijew nannte das Treffen »historisch«. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow äußerte die Hoffnung, »dass diese ersten vorsichtigen Schritte einen Beitrag zur weiteren Wiederbelebung unserer bilateralen Beziehungen leisten werden«. Der russische Präsident, Wladimir Putin, habe die »wichtigsten Vorgaben« der Reise festgelegt und werde nach den Treffen in den USA »ausführlich informiert«, fügte Peskow hinzu.
Mitglieder der russischen Delegation seien der stellvertretende Parlamentspräsident Boris Tschernyschow sowie die Abgeordneten Wjatscheslaw Nikonow und Swetlana Schurowa, erklärte der Duma-Abgeordnete Leonid Slutski. Auf der amerikanischen Seite nahm neben Luna auch der Abgeordnete Andy Ogles von den Republikanern teil.
Der Zeitpunkt des Besuchs ist heikel. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Abkommen zum Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stehen praktisch still. Unterhändler aus den USA, Russland und der Ukraine waren in den vergangenen Monaten zu drei Gesprächsrunden zusammengekommen. Derzeit ist nicht bekannt, ob weitere Treffen vereinbart wurden. Zuletzt hatte Mitte Februar in Genf eine trilaterale Gesprächsrunde mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA stattgefunden. Sie brachten keine konkreten Ergebnisse.



