Pilotenstreik bei Lufthansa legt Flugverkehr lahm
Ein erneuter Streik der Piloten bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften hat am heutigen Montag begonnen und führt zu erheblichen Flugausfällen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für Montag und Dienstag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, die Tausende Reisende betreffen. Der Streik bei der Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline begann pünktlich um 0.01 Uhr und sorgt für Chaos an deutschen Flughäfen.
Betroffene Flughäfen und Umbuchungsmöglichkeiten
An großen deutschen Flughäfen fallen zahlreiche Flüge aus. In Hamburg sind am Montag 12 Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie 12 von und nach München betroffen, am Dienstag kommen weitere 13 Verbindungen nach Frankfurt und 12 nach München hinzu. Auch am Berliner Flughafen BER sind an beiden Tagen die Lufthansa-Flüge nach Frankfurt und München beeinträchtigt. Weitere Auswirkungen gibt es in Stuttgart, Leipzig und Dresden. Laut VC-Präsident Andreas Pinheiro werden bei Cityline quasi alle Flüge ausfallen. Passagiere werden aufgefordert, sich direkt an ihre Fluggesellschaft zu wenden oder sich online über den Flugstatus zu informieren. Eurowings bittet um fortlaufende Updates via Internetseite oder App.
Hintergründe des Streiks und weitere Drohungen
Hintergrund des Streiks ist ein Konflikt um die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine, die perspektivisch eingestellt werden soll. Die Piloten fordern höhere Tarifabschlüsse, um bessere Bedingungen für den Übergang zur neuen Marke City Airlines zu erreichen. Andreas Pinheiro von der VC kritisiert fehlenden Verhandlungswillen des Arbeitgebers und droht mit weiteren Streiks, falls keine Einigung erzielt wird. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann hält dagegen und bezeichnet die Forderungen als verantwortungslos, insbesondere angesichts der defizitären Lage von CityLine.
Der Streik folgt auf einen Ausstand des Kabinenpersonals am vergangenen Freitag, der bereits zu zahlreichen Flugausfällen führte. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind bestimmte Verbindungen in die Krisenregion vom Streik ausgenommen. Eurowings geht davon aus, einen großen Teil des Flugprogramms aufrechterhalten zu können, wobei nur Abflüge von Eurowings Deutschland betroffen sind, nicht aber von Eurowings Europe. Die Lufthansa-Sprecherin bestätigt, dass Umbuchungen auf andere Flugrouten und Partner-Fluggesellschaften im vollen Gange sind.



