Hollywood im Pentagon: Hegseth zitiert „Pulp Fiction“ statt die Bibel
Washington – Manchmal ist die Realität komplexer als Hollywood, doch US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) scheint sich ein neues Drehbuch für seinen Krieg gegen den Iran zu wünschen. Bei einem Gottesdienst im Pentagon zitierte der Minister nicht wie angekündigt die Bibel, sondern den berühmten Kultfilm „Pulp Fiction“ aus dem Jahr 1994. Dieser ungewöhnliche Auftritt sorgt für erhebliche Kontroversen in den USA.
Gebetsstunde mit Filmzitat statt Bibelvers
Als Hegseth im Pentagon ans Rednerpult trat, wollte er eigentlich für die amerikanischen Soldaten im Nahen Osten beten, die zuvor mit einer spektakulären Rettungsmission für zwei abgeschossene Kameraden Schlagzeilen gemacht hatten. Die regelmäßig stattfindenden Gebetsstunden im Verteidigungsministerium sollten eigentlich spirituelle Unterstützung bieten. Doch als ein Clip der Rede im Internet auftauchte, fielen Nutzern sofort die Unterschiede auf.
Statt sich am Alten Testament und dem Vers Ezechiel 25,17 zu orientieren, zeigte Hegseths Vortrag deutliche Parallelen zu einer berühmten Szene aus „Pulp Fiction“. In diesem Film spielt Samuel L. Jackson (heute 77) die Figur Jules Winnfield, die einen Geschäftspartner ihres Mafiabosses hinrichtet und dabei einen ikonischen Monolog hält.
„Der Weg des abgeschossenen Piloten“
Hegseth wandelte das Filmzitat geschickt um. Während die Filmfigur sagt: „Der Weg des rechtschaffenen Mannes ist gesäumt von den Ungerechtigkeiten der Selbstsüchtigen. Und ich werde mit großer Rache und grimmigem Zorn auf dich niedergehen“, ersetzte der Minister den Einstieg durch „Der Weg des abgeschossenen Piloten“. Im Mittelteil ergänzte er die „Tyrannei böser Menschen“, womit er sich offensichtlich auf die iranischen Mullahs bezog.
Der tatsächliche Bibelvers aus Ezechiel 25,17 liest sich dagegen deutlich anders: „Ich werde große Rache an ihnen üben mit grimmigen Strafen. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich an ihnen räche“. Diese Abweichung blieb nicht unbemerkt und führte zu kritischen Reaktionen.
Pentagon-Sprecher bestätigt Film-Inspiration
Pentagon-Sprecher Sean Parnell (44) räumte schließlich ein, dass das Gebet „offensichtlich von Dialogen in ‚Pulp Fiction‘ inspiriert“ war. Gleichzeitig verteidigte er seinen Minister mit scharfen Worten: „Jeder, der behauptet, der Minister habe Ezechiel 25,17 falsch zitiert, verbreitet Fake News und ignoriert die Realität.“ Parnell betonte, das Gebet sei von vornherein lediglich als Anlehnung an die Bibel gedacht gewesen.
Folgetag mit neuem Bibelvergleich
Einen Tag nach dem Vorfall griff Kriegsminister Hegseth erneut zur Bibel, diesmal jedoch korrekt. Bei einer Pressekonferenz verglich er die Medien mit den Pharisäern aus dem Neuen Testament: „Unsere Presse ist genau wie diese Pharisäer. Die verhärteten Herzen unserer Presse sind nur darauf ausgerichtet, zu verleumden.“ Immerhin handelte es sich dabei um kein falsches Bibelzitat, sondern um einen direkten Vergleich.
Die ungewöhnliche Verbindung von Hollywood und Pentagon-Gottesdienst zeigt, wie sehr Popkultur auch in ernste politische und militärische Kontexte eindringt. Während einige die kreative Anpassung als zeitgemäße Interpretation sehen, kritisieren andere die Vermischung von Filmfantasie und religiöser Andacht in einem so sensiblen Umfeld wie dem US-Verteidigungsministerium.



