USA raten Bürgern zur Ausreise aus dem Libanon wegen fragiler Waffenruhe
USA raten zur Ausreise aus dem Libanon

Die US-Botschaft in Beirut hat amerikanische Staatsbürger eindringlich aufgefordert, den Libanon zu verlassen. Grund dafür ist die anhaltend fragile Sicherheitslage trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. In einer Sicherheitswarnung erklärte die Botschaft, dass die Lage komplex bleibe und sich schnell ändern könne. US-Bürger sollten das Land verlassen, solange noch kommerzielle Flugverbindungen verfügbar seien. Wer dennoch im Libanon bleibe, müsse Notfallpläne erstellen und die Entwicklungen genau verfolgen.

Brüchige Waffenruhe und gegenseitige Vorwürfe

Die Waffenruhe, die nach wochenlangen Kämpfen in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten war, steht auf wackeligen Beinen. Ein Abgeordneter der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hussein Hadsch Hassan, erklärte gegenüber einem libanesischen TV-Sender, die Organisation fühle sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. Zuvor hatten sich Israel und die pro-iranische Hisbollah mehrfach gegenseitig Verstöße gegen die zehntägige Waffenruhe vorgeworfen.

Hintergrund der Kämpfe

Die Auseinandersetzungen zwischen der Hisbollah und Israel hatten sich nach dem Beginn des Irankriegs Ende Februar verschärft. Nach der Tötung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei feuerte die Hisbollah ab Anfang März erneut Raketen auf Israel ab. Die israelische Luftwaffe reagierte mit massiven Luftangriffen, und die Bodenoffensive der israelischen Streitkräfte drang weiter in den Süden des Libanon vor. Im Grenzgebiet kam es zu heftigen Bodenkämpfen.

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Rolle der libanesischen Regierung

Die libanesische Regierung ist kein aktiver Konfliktpartei, sondern bemüht sich um Deeskalation. Lange Zeit hatte sie kaum Einfluss auf die Aktivitäten der Hisbollah-Miliz. Unter Präsident Joseph Aoun hat die Regierung jedoch den Druck auf die Miliz erhöht. US-Präsident Donald Trump hatte die Waffenruhe nach Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun vermittelt. Die Hisbollah war an diesen Verhandlungen nicht beteiligt.

Weitere Gespräche in Washington

Für Donnerstag sind in Washington weitere Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon geplant. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Ein Interview mit der Nahostexpertin Diba Mirzaei beleuchtet die Perspektiven im Nervenkrieg zwischen Iran und den USA.

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