USA setzen auf Hardliner Ghalibaf: Trump sucht Verhandlungspartner für Iran nach Chameneis Tod
USA setzen auf Hardliner Ghalibaf als neuen Iran-Partner

USA setzen auf Hardliner Ghalibaf: Trump sucht Verhandlungspartner für Iran nach Chameneis Tod

Nach dem Ableben des obersten iranischen Führers Ali Chamenei im Alter von 86 Jahren drängt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump darauf, das entstandene Machtvakuum in Teheran rasch zu füllen. Laut internen Kreisen in Washington kristallisiert sich ein klarer Favorit heraus: Mohammad Bagher Ghalibaf, der 64-jährige Präsident des iranischen Parlaments.

Ein Hardliner mit Gesprächsbereitschaft?

Ghalibaf ist kein Oppositioneller, sondern gehörte jahrelang zum engen Machtzirkel um den verstorbenen Ayatollah. Dennoch sehen amerikanische Regierungsvertreter in ihm eine heiße Option, wie das Nachrichtenportal Politico berichtet. Die Trump-Administration sucht explizit einen workable partner – einen verhandlungsfähigen Partner, mit dem man kommunizieren kann.

Der Parlamentspräsident hat sich bereits lange vor dem aktuellen Konflikt als Hardliner mit einer gewissen Offenheit gegenüber dem Westen präsentiert. Diese ambivalente Haltung scheint für Trump ausreichend zu sein, um Ghalibaf als ernsthaften Kandidaten für künftige Gespräche in Betracht zu ziehen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dunkle Vergangenheit und strategische Interessen

Diese Einschätzung erfolgt trotz Ghalibafs umstrittener Vergangenheit:

  • Er soll für das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten verantwortlich sein.
  • Er lobte den Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023.
  • Vor weniger als einem Jahr rief er im Parlament Tod für Amerika aus.

Dass er dennoch als Trumps potenzieller starker Mann in Teheran gehandelt wird, verdeutlicht laut Analysten den enormen Druck auf den US-Präsidenten, den Krieg schnell zu beenden. Im Zentrum steht dabei vor allem das iranische Öl. Bislang habe Trump die strategisch wichtige Öl-Insel Kharg nicht angreifen wollen, weil er auf eine Einigung mit einer künftigen Führung in Teheran hofft – ähnlich wie im Fall von Venezuela, wo die Stabilität des Regimes unter Delcy Rodríguez priorisiert wurde.

Schah-Sohn geht leer aus

Kein Wunder also, dass Reza Pahlavi, der Sohn des ehemaligen Schahs, laut Insidern keine Rolle mehr in den Überlegungen Washingtons spielt. Ihm wird vorgeworfen, im Ausland aufgewachsen zu sein und über keine relevante Machtbasis im Iran zu verfügen – im Gegensatz zu Ghalibaf, der seine Position bereits ausbaut.

Die Ernennung von Motschtaba Chamenei, dem 56-jährigen Sohn des getöteten Ayatollahs, zum neuen Obersten Führer könnte Ghalibaf sogar gestärkt haben, da beide seit Jahren als enge Vertraute gelten. Zudem war Ghalibaf früher Kommandeur der Revolutionsgarden und genießt vermutlich deren Unterstützung.

Iranische Reaktion und amerikanische Testphase

Offiziell dementierte der Iran jedoch jegliche Gespräche mit den USA, wobei taktische Gründe und Sicherheitsbedenken eine Rolle spielen dürften. Die regierungsnahe Nachrichtenagentur Tasnim bezeichnete die westlichen Berichte als politische Bombe, die interne Spannungen schüren solle.

Ein US-Regierungsvertreter sprach gegenüber Politico von einer Testphase: Wir wollen herausfinden, wer aufsteigen kann, aufsteigen will und versucht aufzusteigen. Wenn jemand aufsteigt, werden wir ihn testen – und wenn er radikal ist, werden wir ihn ausschalten. Diese Strategie wird selbst in Trumps nationalem Sicherheitsteam als riskant eingestuft, da der Iran widerstandsfähiger als Venezuela sein könnte.

Ghalibafs jüngste Äußerungen unterstreichen diese Skepsis: Die Ordnung hier wird sich ändern, aber es wird keine Ordnung sein, in der der Wille der Vereinigten Staaten herrscht. Dies lässt vermuten, dass Teherans neuer starker Mann auch ohne amerikanische Hilfe an die Macht gelangen will.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration