Am sonnigen 1. Mai 2026 hat Berlin erneut einen Großeinsatz der Polizei erlebt. Rund 5.300 Polizisten aus mehreren Bundesländern sicherten die Hauptstadt, während Tausende Menschen auf den Straßen und in Parks protestierten oder feierten. Die Stimmung in der Stadt sei ausgelassen und fröhlich, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU).
Rave-Party im Görlitzer Park gegen nächtliche Schließung
Am Nachmittag versammelten sich viele Feiernde zu einer großen Rave-Party im Görlitzer Park. Sie protestierten gegen die nächtliche Schließung der Anlage und den Zaun, der immer wieder beschädigt wurde. Auf einem Transparent war zu lesen: „Der Görli bleibt auf“. Die Polizei begleitete die Veranstaltung, die weitgehend friedlich verlief.
Proteste gegen soziale Spaltung und hohe Mieten
Im Villenviertel Grunewald demonstrierten Menschen gegen soziale Spaltung und hohe Mieten. Unter dem Motto „Sozialen Sprengstoff fachgerecht entschärfen“ machten sie auf die angespannte Wohnungssituation aufmerksam. Auch zum 1. Mai-Fest der Linken am Mariannenplatz in Kreuzberg kamen zahlreiche Besucher. Überraschend kündigte die Rapperin Ikkimel einen Auftritt für den Abend an.
Polizei rechnet nicht mit größeren Krawallen
Der Fokus der Polizei lag ab 18.00 Uhr auf der Demonstration „Revolutionärer 1. Mai“ von linken und linksradikalen Gruppen. Die Route führt vom Oranienplatz in Kreuzberg zur Sonnenallee in Neukölln und zurück zum Südstern. Erwartet wurden bis zu 20.000 Teilnehmer. Polizeisprecher Florian Nath sagte: „Wir sind gut aufgestellt und auf alles vorbereitet. Wir rechnen nicht mit größeren Störungen und Zwischenfällen.“ In den vergangenen Jahren war das Gewaltpotenzial bei dieser Demo gesunken.
Walpurgisnacht verlief friedlich
Bereits in der Walpurgisnacht am Donnerstag feierten die Menschen weitgehend friedlich in den Parks der Hauptstadt. Eine queer-feministische Frauendemonstration mit mehr als 2.000 Menschen verlief laut Polizei größtenteils ohne Störungen. Die Polizei zog eine positive Bilanz.
Gewerkschaften protestieren gegen Stellenabbau und Kürzungen
Am Tag der Arbeit gingen Tausende Menschen gegen Stellenabbau und Kürzungen bei Sozialleistungen auf die Straße. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verzeichnete rund 12.000 Teilnehmer in Berlin. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ zogen sie durch die Stadt. Auch in Brandenburg gab es Demonstrationen, unter anderem in Cottbus und Potsdam.
Protest gegen Rentenkürzungen und schlechte Arbeitsbedingungen
Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, kritisierte die Politik scharf: „Angriffe auf den 8-Stunden-Tag, Rentenkürzungen, Arbeitsplatzabbau: Wir Beschäftigte zahlen nicht die Zeche für Versäumnisse der Politik und Fehlentscheidungen der Wirtschaft.“ Sie forderte ein Ende von Tarifflucht, Lohndumping und schlechten Arbeitsbedingungen. Die Polizei begleitete auch diese Veranstaltungen und sorgte für einen reibungslosen Ablauf.



