20.000 Bienen versetzen Familie in Angst – Imkerpräsident hilft
20.000 Bienen: Imkerpräsident rettet Familie

Es gibt Geräusche, die einem sofort einen Schauer über den Rücken jagen. So erging es einer Familie in der Uckermark an einem Feiertag. Was als gemütlicher Kaffee auf der Terrasse beginnen sollte, entwickelte sich zu einem Albtraum.

Schier unerträglicher Lärm

Kurz nachdem sich die Familie an den festlich gedeckten Tisch gesetzt hatte, vernahm sie ein lautes Brummen. Es schwoll innerhalb kürzester Zeit zu einem schier unerträglichen Lärm an. Ein Blick zur Gartenhecke ließ das Blut in den Adern gefrieren: Eine schwarze Wolke waberte hin und her – ein Bienenschwarm mit Tausenden von Insekten.

Während die Mutter die Kinder nebst Hund in Sicherheit brachte und panisch alle Fenster schloss, machte sich der Vater ans Telefonieren. Der erste Anruf galt einem befreundeten Förster, der jedoch nicht erreichbar war. Ein Freund, der sich mit Tieren auskennt, verwies sie an einen Experten: Torsten Ellmann, Präsident des Deutschen Imkerbundes. Wie durch ein Wunder hatte Ellmann Zeit und eilte der Familie unverzüglich zur Hilfe.

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Imkerpräsident im Einsatz

Mit einer speziellen Kiste und Imkermontur ausgestattet, nahm sich der Diplomchemiker, der in der Apotheke seiner Frau in Pasewalk arbeitet, des Problems an. Vor Ort erkannte der Profi mit geschultem Blick, dass es sich um einen richtig großen Schwarm mit mehreren tausend Bienen handelte. Diese seien vermutlich mit ihrer Altkönigin abgehauen, um irgendwo anders ein neues Volk zu gründen.

„Wichtig in solchen Situationen ist, dass man als Betroffener nicht in Panik verfällt, sondern die Ruhe bewahrt“, erklärte Ellmann. „Dann sollte man gucken, ob man im Bekanntenkreis oder der Nachbarschaft schnell einen Imker findet, der helfen kann. Meist sind bei den Ordnungsämtern die Nummern hinterlegt.“ Vom Imker werde der Schwarm dann eingefangen und für die Weiterversorgung kühl gestellt.

Der Imker schlüpfte vor Ort in seine Kluft und näherte sich den Bienen mit Hut und Schleier. „Sanftmut sollte immer das Zuchtziel sein“, betonte er. „Aber das kann man vorher nicht wissen.“ Bei seinen eigenen Bienen gehe er ohne Anzug ran. Die Bienen – später wog die Kiste knapp drei Kilo, also schätzungsweise bis zu 20.000 Exemplare – hätten Futter für bis zu drei Tage im Honigmagen dabeigehabt, versicherte er abschließend. Ein Feiertag der besonderen Art, der mit einem glücklichen Ende dank schneller Hilfe endete.

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