AfD-Kandidat Uwe Arendt will Landrat im Saalekreis werden
AfD-Kandidat Uwe Arendt: Landratskandidat im Saalekreis

Der Saalekreis sucht eine neue Landrätin oder einen neuen Landrat. Am 7. Juni 2026 können die Bürger zwischen vier Kandidaten wählen. Wir stellen sie vor. Heute: Uwe Arendt (AfD).

Familie und Kinder als oberste Priorität

„Junge Kinder und Familien sind für mich das Wichtigste. Ohne Kinder sterben wir aus. Die müssen wir hegen und pflegen“, betont Uwe Arendt. Der 58-jährige Merseburger will für die AfD das Landratsamt erobern. In der Politik ist er noch relativ neu: 2019 trat er der Partei bei. Den genauen Auslöser dafür kann er nicht benennen. „Es waren viele Dinge, die mir nicht gepasst haben. Wenn man sich im Fernsehen bei jeder zweiten Nachricht aufregt, läuft etwas schief“, erklärt er. Mit der AfD habe er die meisten Schnittmengen gefunden. Arendt kritisiert, dass die Partei trotz vieler Wähler ausgegrenzt werde. Er selbst würde anders handeln: „Wenn es Projekte gibt, die ich gut finde, werde ich Unterstützung suchen, egal von wem.“ Er sei kein Streithammel und lasse sich überzeugen.

Vom Polizisten zum DJ

Arendt ist leidenschaftlicher Motorradfahrer und unter dem Künstlernamen DJ Eddy als Plattenunterhalter unterwegs. Schon seit seiner Jugend tourt er durch den alten Saalkreis. Heute legt er nebenberuflich bei größeren Veranstaltungen wie Karnevalsfeiern auf. „Das mache ich aber nur zum Spaß, nicht um Geld zu verdienen“, sagt er. Hauptberuflich ist er Kriminalhauptkommissar bei der Polizei. Nach der zehnten Klasse machte der gebürtige Hallenser eine Lehre als Nachrichtentechniker bei der Post, wurde dann zur NVA eingezogen. Nach der Wende wechselte er zur Polizei nach Halle. „Ich habe gefragt, ob sie Leute brauchen.“ Sie brauchten. Das erste halbe Jahr war er ohne Ausbildung auf Streife, später folgte ein Studium für den gehobenen Dienst. Heute kümmert er sich vorrangig um Einbrüche und Diebstähle.

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Kommunalpolitische Erfahrung seit 2024

2024 zog Arendt in den Stadtrat Merseburg und den Kreistag ein. In beiden Gremien wurde er erfolglos für den Vorsitz vorgeschlagen. Im Kreistag reifte sein Entschluss zur Landratskandidatur. Auslöser war eine Entscheidung über das Deutschlandticket für alle Schüler im Saalekreis. Die Linke hatte das beantragt, die AfD stimmte überraschend zu. Der Landrat legte Widerspruch ein, der Kreistag kippte die Entscheidung in der nächsten Sitzung. „Es kann nicht sein, dass so lange abgestimmt wird, bis das Ergebnis passt“, kritisiert Arendt.

Schwerpunkte: Familien, Schulen, Sicherheit

Arendt will, dass künftig bei jeder Kreistagsentscheidung die Auswirkungen auf Familien geprüft werden. Für kleine Maßnahmen an Schulen soll es eine Notreparaturkasse geben. Er kritisiert die Mittelverteilung für den Schulbau: „Das Burggymnasium Wettin ist ein Fass ohne Boden. Andere Schulen fallen hinten runter.“ Den geplanten Neubau der Förderschule für Geistige Entwicklung in Bad Lauchstädt lehnt er ab. Die Schule müsse in Merseburg entstehen. „Schulwege müssen kurz sein.“

Klinikum und Feuerwehr unterstützen

Als weitere Schwerpunkte nennt Arendt die Unterstützung des kreiseigenen Basedow-Klinikums: „Wir brauchen eine zentrale Versorgung vor Ort.“ Auch die Feuerwehr will er stärken, etwa bei der Suche nach Fördermöglichkeiten und der Nachwuchsarbeit.

Tourismus als vierter Schwerpunkt

„Der Tourismus hier ist ein Flickenteppich“, sagt Arendt. Der Saalekreis habe Attraktionen wie den Petersberg, die Burg Querfurt, Dom und Schloss Merseburg, aber wer sie nicht kenne, finde schwer Informationen. Die Tourismusvermarktung müsse verbessert und wieder in eigene Hände übernommen werden. Das Angebot müsse ausgebaut werden: Die Burg Querfurt brauche eine richtige Gastronomie, der Geiseltalsee einen Radweganschluss von Merseburg aus und Hotels mit Wellnessangeboten. Der Kreis könne diese nicht selbst bauen, aber Gespräche mit Investoren suchen.

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