Nach dem Brand in der Bäckerei Hatscher in Stavenhagen sind am Montag die Spuren noch sichtbar. Das Firmenschild des Traditionsunternehmens hängt halb zerschmolzen herunter, ein Stück Fassade ist verrußt, Fenster sind zerborsten. Die Tür steht offen, um den letzten kalten Rauchgeruch aus dem Gebäude zu bekommen. In einem kann Bäckermeister Christoph Hatscher beruhigen. Die Backstube blieb von dem Feuer in der Nacht zum Sonntag verschont, sodass die Produktion normal weiterlaufen kann.
Technischer Defekt war offenbar Ursache für den Brand
Doch der Schreck sitzt bei Christoph Hatscher noch tief. Gegen 23 Uhr am Sonnabend hatte er von Mitarbeitern von dem Feuer erfahren, fünf Minuten später stand die Polizei schon vor seiner Tür, erinnert sich der 47-Jährige. Als er wenig später vor seiner Firma ankam, waren die Flammen schon gelöscht. Der Brand war gegen 22.38 Uhr im Obergeschoss im Pausenraum ausgebrochen. 55 Einsatzkräfte der Feuerwehren Stavenhagen, Ritzerow, Ivenack und Jürgenstorf waren vor Ort. Inzwischen weiß Christoph Hatscher, dass ein technischer Defekt an einem Kühlschrank das Feuer offenbar ausgelöst hat. Das habe ein Gutachter festgestellt.
Die Backstube in der unteren Etage sei indes so gut abgeschottet gewesen, dass kein Rauch hineinziehen konnte. „Wir können backen“, ist Christoph Hatscher erleichtert. Auch die gesamte IT-Technik und die Büros seien in Ordnung. Für den Pausenraum und die Männer-Umkleide sucht der Bäckermeister jetzt nach einer temporären Lösung mit Containern. Der Brand-Bereich müsse komplett saniert werden. Wann die Arbeiten starten können, hängt noch von der Versicherung ab, und auch ein Baustatiker werde noch kommen müssen. „Wir müssen abwarten, ob die Versicherung noch einen eigenen Gutachter schickt.“
Schadenshöhe ist noch unklar
Den Schaden könne er in Zahlen noch gar nicht beziffern, sagt Hatscher. Im Raum ist eine Holzbalken-Decke verbrannt, Dämmung und Dachpappe wurden beschädigt sowie ein Stück Fassade. Das Dach sei indes unversehrt geblieben. Die örtliche Glaserei Wickel hat am Montagmorgen die Fenster notdürftig mit Holzfaserplatten gesichert, damit bei Regen kein Wasser ins Gebäude eindringen kann. Schon am Sonntag waren Mitarbeiter freiwillig vor Ort und haben sauber gemacht, Strom- und Wasseranschlüsse geprüft. Ein Elektriker war kurz da. „Am Ende konnten wir um 18 Uhr anfangen zu produzieren“, erklärt der 47-Jährige. Alle 16 Hatscher-Filialen wurden am Montag mit Backwaren beliefert.
Der Traditionshandwerker bedankt sich bei den Einsatzkräften und auch bei jenen Leuten, die beim Vorbeifahren das Feuer gesehen und gemeldet haben. Ein Feuerwehrmann aus Neubrandenburg, der privat in Stavenhagen war, soll den Brand als Erster entdeckt haben. Viele Mitarbeiter hätten sofort nachgefragt, ob sie helfen können. Auch von Kunden habe er Nachrichten über WhatsApp erhalten. Die Anteilnahme sei groß. Hatscher geht davon aus, dass die Versicherung den Schaden begleichen wird. Dann werde sich der Brand wirtschaftlich nicht niederschlagen, glaubt er. „Das Jahr hatte gut angefangen. Das hat mich positiv gestimmt.“
Den Betrieb gibt es seit 1941 in Stavenhagen. Die Bäckerei ist für ihre traditionelle Herstellung bekannt und setzt auf überlieferte Rezepturen. In der Stadt unterstützt das Unternehmen den Sport und die Kultur. 100 Beschäftigte arbeiten hier.



