Mit dem Bus zur Demonstration: Die Bürgerinitiative zur Wiederbelebung der Südbahn hatte zum Start des Saisonverkehrs zu einer Kundgebung aufgerufen. Die Teilnehmer mussten jedoch mit dem Bus anreisen, da die Gleise gesperrt waren. Grund war ein entgleister Schwerlastzug bei Karow am Mittwochabend, der mit Holzstämmen beladen war. Die Strecke musste über den Himmelfahrtstag geräumt werden.
Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller (CDU) nannte es einen „interessanten Auftakt in die Tourismus-Bahn-Saison“. Er wollte den ersten Zug der Saison in Plau am See in Empfang nehmen, doch dieser konnte wegen der Sperrung nicht fahren. Dennoch nutzte die Bürgerinitiative die Gelegenheit, ihre Forderung nach einer dauerhaften Wiederbelebung der Südbahn erneut zu präsentieren.
Politiker unterstützen Forderung
Astrid Becker (Linke), Bürgermeisterin von Lübz, betonte: „Seit 2012 wird die Bahnstrecke zwischen Lübz und Waren nur noch in der Tourismussaison genutzt, aber das reicht uns in der Region nicht.“ Auch Sven Hoffmeister (CDU), Bürgermeister von Plau am See, machte deutlich, dass eine dauerhafte Zugverbindung unverzichtbar sei, um die Region mit Städten wie Berlin oder Hamburg zu verbinden.
Die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern arbeiten zusammen, denn stetige Zugverbindungen über das Karower Kreuz seien für beide Bundesländer wünschenswert, heißt es aus beiden Landtagen. Eine Anhörung im Landtag von MV habe gezeigt, dass aktuell zwei Varianten der Südbahn zur Debatte stehen, erläuterte Clemens Russell von der Bürgerinitiative.
Varianten auf unterschiedlicher Basis
„Eine kostengünstige Variante geht von einem Fahrtempo von 80 Stundenkilometern aus, eine weitere, teurere von schnelleren Zügen“, erklärte Russell. Allerdings sei bei der Anhörung deutlich geworden, dass die teurere Variante finanziell sehr hoch gerechnet worden sei. „Das erschwert die politische Entscheidung und ist auch einfach nicht korrekt“, führte er aus.
ÖPNV-Experte Constantin Pitzen, der sich für das Projekt Karower Kreuz engagiert, ergänzte: „In die Berechnung der teureren Variante ist die Elektrifizierung der Strecken einberechnet, in der günstigeren nicht, da wird also von unterschiedlichen Grundlagen ausgegangen.“ Zunächst müsse man alle Varianten auf derselben Basis berechnen und dann die Variante wählen, die vernünftige Verbindungen in überregionale Strecken ermöglicht und eine höhere Akzeptanz erzielt. Nur so lohne es sich für die Menschen in der Region, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.



