Erneute Angriffe in Cottbus: Synagoge beschmiert, Wohnprojekt attackiert
Cottbus: Synagoge beschmiert und Wohnprojekt attackiert

In Cottbus hat es innerhalb weniger Tage mehrere mutmaßlich rechtsextremistische Straftaten gegeben. Die Polizei ermittelt, ob hinter den Taten rechtsextreme Täter stecken. In der Nacht zum Montag wurde die Synagoge in der Innenstadt mit einem großen Hakenkreuz beschmiert. Zudem warfen Unbekannte eine Leuchtfackel in den Hausflur eines alternativen Wohnprojekts.

Hakenkreuz an der Synagoge

Eine Polizeistreife entdeckte am frühen Morgen gegen 3.30 Uhr ein schwarzes Hakenkreuz an der Synagoge, die sich in der Fußgängerzone von Cottbus befindet. Die Schmiererei hatte eine Größe von etwa einem Meter mal eineinhalb Metern. Die Polizei klebte das Symbol zunächst ab und veranlasste die Entfernung. Es werde geprüft, ob künftig häufigere Kontrollen durch Polizeistreifen erfolgen, so ein Polizeisprecher. Bereits am vergangenen Freitag hatten Unbekannte einen antisemitischen Schriftzug an der Fassade der Synagoge hinterlassen.

Reaktion der Jüdischen Gemeinde

Die Jüdische Gemeinde in Cottbus teilte auf Anfrage mit, dass Jüdinnen und Juden in der Stadt vermehrt Anfeindungen erlebten, jedoch keine Angstgefühle hätten. Es bestehe ständiger Kontakt mit regionalen und überregionalen Sicherheitsbehörden. Äußere Videokameras seien aufgrund des Datenschutzes jedoch kaum hilfreich. Die Synagoge in der ehemaligen evangelischen Schlosskirche wurde 2015 eingeweiht – als erstes jüdisches Gotteshaus in Brandenburg seit dem Holocaust. 1938 hatten die Nazis die damalige Synagoge in Cottbus niedergebrannt.

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Angriff auf alternatives Wohnprojekt

Kurz vor Mitternacht kam es zu einem Angriff auf das alternative Wohnprojekt „WK51“ in der Wilhelm-Külz-Straße in der Nähe des Bahnhofs. Unbekannte warfen eine Leuchtfackel in den Hausflur. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass eine gezündete Bengalo-Fackel in den Flur geworfen wurde. Die Bewohner verließen aufgrund des Rauchs das Haus, verletzt wurde niemand. Es kam zu einer leichten Sachbeschädigung. Die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg sprach von einer „Rauchbombe“ und berichtete: „Mitten in der Nacht stand dichter Rauch in unseren Wohnungen. Wir dachten, unser Haus brennt.“ In dem Haus leben internationale Studierende, Handwerker sowie zivilgesellschaftlich und kulturell engagierte Menschen. Die Initiative forderte wirksamen Schutz von Polizei, Politik und den Eigentümern des Hauses.

Reihe von Attacken

Es ist nicht der erste Angriff auf alternative Wohnprojekte in Cottbus. Bereits im März wurden am Haus „WK51“ Fensterscheiben eingeschlagen. Die Initiative berichtete zudem von einem Sprengstoffanschlag in der Silvesternacht 2024/25. Regelmäßig klebten rechte Sticker auf der Haustür. Im Mai 2025 griffen mehrere Angreifer mit Böllern und Fackeln das alternative Hausprojekt „Zelle 79“ an und riefen verfassungsfeindliche Parolen. Auch weitere Fälle wurden vom Staatsschutz übernommen. Vor rund zehn Tagen randalierten Unbekannte vor der Wohnungstür eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Cottbus gilt in Brandenburg seit langem als Hochburg des Rechtsextremismus.

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