DDR-Einkauf: Leserin erinnert sich an Hosenglück im Konsum
DDR-Einkauf: Hosenglück im Konsum

Die Kolumne „Uckermärkerin bittet den Handel nur um eine Sache: ‚Macht es doch wie in der DDR!‘“ hat bei vielen Lesern Erinnerungen an die Ost-Vergangenheit geweckt. Auch Roswitha Bade aus Wichmannsdorf meldete sich nach der Veröffentlichung in der Redaktion und berichtete von einem besonderen Einkaufserlebnis aus den 1960er Jahren.

Die Suche nach Hosen in Templin

Als Mutter von drei kleinen Jungen war Roswitha Bade Ende der 1960er Jahre nach Templin gefahren, um Hosen für ihre Söhne zu kaufen. Die Kinder waren damals zwei, vier und sieben Jahre alt. Im dortigen Konsumkaufhaus waren die Regale jedoch leer. Durch Zufall hörte sie ein Gespräch zwischen einer Verkäuferin und einer anderen Kundin. Diese wurde aufgefordert, gegen 17 Uhr wiederzukommen, dann werde neue Ware ausgepackt. Zu dieser Zeit fuhren die Busse zurück in die Dörfer, sodass die Landkundschaft verschwunden war.

Ein cleverer Plan

Roswitha Bade lieh sich schnell Geld von einer entfernten Verwandten, da es noch keine EC-Karten gab. Dann setzte sie sich in den Bäckerladen gegenüber dem Kaufhaus und wartete. Parallel dazu ließ sie ihren Mann in Wichmannsdorf über ihre Verspätung informieren. Ein Telefon hatte damals nur der benachbarte Pfarrer im Dorf, der die Nachricht überbrachte. Ihr Mann sollte sein Motorrad flottmachen und sie gegen 18 Uhr in Templin abholen, da kein Bus mehr fuhr. Er nahm einen großen, leeren Rucksack mit – eine weise Entscheidung.

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Das große Glück

Roswitha Bade hatte tatsächlich Erfolg: Sie ergatterte drei Cordhosen für ihre Buben, „die für den Jüngsten sogar mit Latz“, erinnert sich die heute 84-Jährige. Sie besitzt noch ein Foto, auf dem ihre Kinder glücklich in die Kamera strahlen. Die langjährige Postangestellte freute sich sehr über den Artikel, der sie an eine Zeit erinnerte, die trotz Knappheit und Entbehrungen schön war.

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