DDR-Landungsschiff „Cottbus“ nach Raketentreffer vor Java versenkt
DDR-Schiff „Cottbus“ vor Java versenkt

Das ehemalige Landungsschiff der DDR-Volksmarine mit dem Namen „Cottbus“ ist bei einer Zielübung der indonesischen Armee vor der Küste Javas versenkt worden. Das Schiff, das zuletzt als „KRI Teluk Hading“ im Dienst stand, sank nach einem Raketentreffer. Damit endet eine jahrzehntelange Geschichte, die einst in der Ostsee begann.

Versenkung bei Raketenübung

Wie das Fachportal „Naval News“ berichtet, wurde das ausgemusterte Landungsschiff am 23. April bei einer Schießübung von einer Rakete getroffen und versank anschließend im Meer. Bereits seit 2024 war die „Teluk Hading“ außer Dienst gestellt. Bei einem schweren Brand im Jahr 2023 südlich von Sulawesi wurde das Schiff schwer beschädigt. Eine Reparatur galt als wirtschaftlich unrentabel. Nachdem das ehemalige Landungsschiff zuletzt stilllag, wurde es nun als Ziel für eine Übung mit scharfer Munition genutzt.

Die Rakete, die das Schiff traf, war eine französische Exocet MM40 Block 3, abgefeuert von der Fregatte „KRI I Gusti Ngurah Rai (332)“ der indonesischen Marine.

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Schiff der Hoyerswerda-Klasse

Das Schiff gehörte zur sogenannten Hoyerswerda-Klasse, die im Nato-Sprachgebrauch als Frosch-Klasse bekannt war. Gebaut wurde die „Cottbus“ in den 1970er Jahren auf der Peene-Werft in Wolgast. Zwischen 1974 und 1980 entstanden dort insgesamt zwölf Landungsschiffe und zwei Hochseeversorger. Gedacht waren sie für amphibische Operationen zur Zeit des Kalten Krieges. Die Schiffe sollten Soldaten direkt vom Meer an gegnerische Küsten bringen. Sie konnten bis zu 280 Soldaten und etwa sieben Panzer transportieren. Über den vorderen Teil des Schiffs konnten Fahrzeuge unmittelbar an Land rollen. Zudem verfügten die Schiffe der Hoyerswerda-Klasse über Geschütze und leichte Flugabwehrsysteme, um Truppen zu unterstützen. Für solche Landungen vom Meer aus bildete die Volksmarine sogar ein eigenes Regiment aus.

Verkauf an Indonesien

Doch nach der Wiedervereinigung endete auch die Zeit der Hoyerswerda-Klasse in der Ostsee. Bereits am 1. Oktober 1990 wurden sämtliche Schiffe durch die Volksmarine außer Dienst gestellt. Nachdem die Schiffe in Rostock entwaffnet wurden, standen sie zum Verkauf. Bis 1993, denn damals übernahm Indonesien alle zwölf DDR-Landungsschiffe sowie die beiden Versorger. Dadurch blieb die ehemalige „Cottbus“ als „KRI Teluk Hading“ noch viele weitere Jahre im Dienst. Das Schiff wurde schließlich bei einer Militärübung als Zielobjekt genutzt und versenkt, womit seine bewegte Geschichte endgültig zu Ende ging.

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