Die lang ersehnte Elbbrücke zwischen Darchau (Amt Neuhaus) und Neu Darchau rückt einen großen Schritt näher. Der Landkreis Lüneburg hat angekündigt, am Montag, den 18. Mai 2026, den Planfeststellungsbeschluss für das Bauvorhaben bekannt zu geben. Dies teilt die Kreisverwaltung mit.
Was bedeutet der Planfeststellungsbeschluss?
Für viele mag der Begriff abstrakt klingen, doch er markiert einen entscheidenden Meilenstein. Ein Planfeststellungsbeschluss ist der formelle Verwaltungsakt, der große Infrastrukturprojekte wie Brücken genehmigt. Damit endet das mehrjährige Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren. Theoretisch ist der Weg für den Brückenbau nun geebnet.
Die Planunterlagen werden vom 19. Mai bis zum 2. Juni 2026 zur öffentlichen Einsicht ausgelegt. Betroffen sind das Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg sowie die Samtgemeinde Elbtalaue und die Gemeinde Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Jeder Interessierte kann die Unterlagen einsehen. Träger des Vorhabens ist der kreiseigene Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung (SBU).
Planung und Realität klaffen auseinander
Geplant ist eine feste Elbquerung zwischen Darchau und Neu Darchau. Der Landkreis Lüneburg fungiert sowohl als Antragsteller als auch als Genehmigungsbehörde. Die Prüfung der Anträge und die Entscheidung oblagen dem Fachdienst Regional- und Bauleitplanung.
Doch nicht alle Begeisterung ist ungeteilt. Während der Landkreis auf die Brücke drängt, bevorzugt die Landesregierung in Hannover eine Fährlösung. Das Amt für regionale Entwicklung stellte klar: „Die Landesregierung favorisiert die Verbesserung des Fährbetriebs gegenüber einem Brückenneubau und unterstützt die Anschaffung der neuen Niedrigwasserfähre in Neu Darchau.“ Allerdings schließe die Förderung der Fähre eine Förderung des Brückenneubaus nicht aus.
Wettlauf mit der Zeit
Der Konflikt zwischen Brückenbefürwortern und Fährbefürwortern zeigt sich deutlich. Eine neue Fähre könnte schneller in Betrieb gehen als eine Brücke, deren Bau Jahre dauern würde. Der Planfeststellungsbeschluss ist daher ein wichtiger Schritt, aber noch nicht das Ende des Weges. Ob die Brücke tatsächlich gebaut wird, hängt von weiteren Entscheidungen und Finanzierungen ab.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Traum von der Elbbrücke Realität wird oder ob die Fähre die Nase vorn hat. Eines ist sicher: Der Kampf um die Zeit ist noch nicht vorbei.



