Greiffenberger Mühle nun Teil der europäischen Mühlenstraße Via Molina
Greiffenberger Mühle in Europa-Mühlenstraße aufgenommen

Die Greiffenberger Mühle ist nun offiziell mit Europa verbunden. Seit wenigen Tagen kündet ein Schild an der Erdholländermühle in Greiffenberg davon, dass das technische Denkmal zur „Via Molina Pomerania“ gehört. Es ist der östlichste und gleichzeitig jüngste Teil der europäischen Kulturstraße „Via Molina“.

Grenzüberschreitendes Treffen in Barlinek

Der Vorsitzende des Mühlenverein Greiffenberg e.V., Hartmut Hinze, hatte das Schild von der Einweihungsfeier im westpommerschen Barlinek mitgebracht. Dort traf er viele Gleichgesinnte. An der Strecke zwischen Nordostdeutschland und Nordwestpolen befinden sich 27 weitere Wind-, Wasser-, Motor- und Dampfmühlen sowie das Mahlsteinmuseum Willi Wever. Die Eröffnung des neuen Abschnitts fand während eines grenzüberschreitenden Treffens beim polnischen Verein „Papiermühle Barlinek“ statt. Die hohe Wertschätzung des Projekts zeigte sich durch die Teilnahme des Wojewoden Westpommerns, Adam Rudawski.

Entstehung der europäischen Mühlenstraße

Die Idee einer europäischen Mühlenstraße entstand vor rund zehn Jahren in der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM). Müller, Mühlenbauer und -forscher suchten nach Wegen, das jahrhundertealte kulturhistorische Erbe der Mühlen zu sichern und die Zusammenarbeit zu stärken. Eines der ersten Projekte war die Einbindung der Westfälischen Mühlenroute in das Tourismuskonzept des dortigen Landkreises. Im Dezember 2018 schlossen sich Mühlendachverbände aus Dänemark, den Niederlanden und Deutschland zum Verein „Via Molina – The European Mill Route“ zusammen und förderten seither länderübergreifende Kooperationen. Strecken der Mühlenroute gibt es in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.

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Ausbau des Netzwerkes entlang der Ostseeküste

Entlang der Ostseeküste verläuft die 205 Kilometer lange „Via Molina – Ostseeroute Vorpommern“ mit zehn Standorten. Daran schließt sich nun die Mühlenstraße im Einzugsbereich der Pomerania an. Wer sie erkunden möchte, hat die Auswahl von der Eberswalder Zainhammermühle und der Klostermühle Chorin im Barnim über uckermärkische Mühlen in Boitzenburg, Zichow oder Werbelow bis hin zu Mühlenstandorten wie Fahrenwalde und Woldegk in Vorpommern. Östlich der Oder beteiligen sich 13 polnische Mühlenakteure, darunter mit Polczyn Zdroj und Barlinek auch Partnergemeinden Templins und Prenzlaus.

Vorbereitungen auf die neue Saison

Die Greiffenberger waren schnell überzeugt, Teil dieses Netzwerkes zu werden. Sie arbeiteten eng mit der Berlin-Brandenburgischen Mühlenvereinigung zusammen und waren Gastgeber eines informellen Auftakts. Mit dem erwachenden Frühjahr stürzten sie sich in die organisatorische Vorbereitung der im Mai startenden Saison. Auf dem erweiterten Mühlengrundstück wurde unter anderem ein neuer Zaun gesetzt, um mehr Platz für die Betreuung des Publikums zu schaffen. Besonders für den Deutschen Mühlentag am 25. Mai wurden 500 Kilogramm Weizen und 400 Kilogramm Roggen gemahlen. Die händisch abgepackten Mehltüten sind beim Publikum heiß begehrt, weiß Hartmut Hinze.

Der Deutsche Mühlentag in Greiffenberg

Der Jüngste unter den aktiven Mitgliedern, Louis Stoewenhaas, ist 14 Jahre alt. Die beiden ältesten, Anneliese und Hans-Eberhard Ernst, sind 94 und 93 Jahre alt. Der bis heute produktive Gebrauchsgrafiker entwickelte für den Verein einen Kater, der auf jedem Plakat zum Deutschen Mühlentag in Greiffenberg zu sehen ist. Diesmal schaut die Mieze aus einem Bilderrahmen auf einen fröhlichen Müller mit Mikrofon. Beide scheinen sich auf Pfingstmontag zu freuen, an dem von 10 bis 17 Uhr der neue Besucheransturm erwartet wird. Nach einem Gottesdienst kann die Mühle bei Führungen erkundet werden. Eine Versteigerung für den guten Zweck, Bücherbörse und Kultur werden vorbereitet. Der Herd zu Hause kann an diesem Tag kalt bleiben, versichern die „Müller“.

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