Grundschule Pinnow: Neue Klassenräume im alten Amtsgebäude
Grundschule Pinnow: Neue Klassenräume im Amtsgebäude

Das rote Band für zwei neue Klassenräume in der Gemeinde Pinnow bei Schwedt durchzuschneiden, war mehr als ein symbolischer Akt. Es zeigt, wie gut die Mitverwaltung funktioniert. Im ehemaligen Amtsgebäude des Amtes Oder-Welse wurden ein Sitzungssaal und mehrere Büros umgebaut, um sie als Schulräume nutzen zu können.

Einmalige Mitverwaltung in Brandenburg

Nach der Auflösung des Amtes Oder-Welse im Jahr 2022 schlossen sich acht Gemeinden der Stadt Schwedt an und wurden deren Ortsteile. Nur Pinnow blieb eigenständig, wird aber seither von Schwedt mitverwaltet. Diese Konstellation ist im Land Brandenburg einmalig. Anfangs gab es Skepsis unter den Dorfbewohnern, doch Bürgermeister Walter Kotzian zeigt sich zufrieden: „Das klappt sehr gut.“ Bereits kurz nach Beginn der Mitverwaltung richtete Schwedt in den ehemaligen Amtsbüros ein Computerkabinett für die Grundschule ein. Weitere Bauprojekte folgten.

In diesem Jahr wurde ein Prallschutz in der Sporthalle installiert. Als der Pferdesportverein einen Wasserschaden meldete, wurde das Dach der Reithalle innerhalb von fünf Tagen erneuert. Die Vereinsmitglieder sind dankbar und können sich nun auf ihr Reit- und Springturnier im Juni konzentrieren.

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Grundschule platzt aus allen Nähten

Die Grundschule Pinnow ist mit 164 Kindern voll ausgelastet. Viele Schüler kommen aus den Angermünder Ortsteilen Mürow und Frauenhagen. Nur ein Pausenhof trennt das denkmalgeschützte Amtsgebäude von der Schule. Da lag es nahe, zwei leer stehende Verwaltungsräume in Klassenräume umzuwandeln.

Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte: Es war nicht nur Amtsgebäude und Standesamt, sondern auch schon einmal eine Schule. Bürgermeister Walter Kotzian erinnert sich: „Ich bin 1961 hier eingeschult worden. Hier riecht es so gut nach Holz, da kommen Erinnerungen hoch.“ Die sanierten Räume bewahren den Charme einer alten Schule mit aufgearbeitetem Parkett, Dielen und hohen Fenstern mit Blick ins Grüne. Neu sind zwei Fluchttreppen, Heizungs- und Sanitäranlagen sowie LED-Beleuchtung.

Zukunftsperspektiven für Pinnow

Gemeindevertreter Martin Kubik betont: „Die Mitverwaltung gibt uns die Freiheit, über unseren Haushalt selbst zu bestimmen. Dabei profitieren wir von der schlagkräftigen Verwaltung in Schwedt.“ Gemeinsam arbeite man an der Vermarktung des Gewerbegebiets, wobei die Wirtschaftsförderung Schwedt die Verhandlungen führt. „Ziel ist es, durch Ansiedlung von Firmen mehr Gewerbeeinnahmen für unsere Gemeinde zu erzielen“, so Kubik.

In diesem Jahr geht das Baugeschehen in Pinnow weiter. Projektleiter aus dem Schwedter Rathaus begleiten die Arbeiten. Besonders aufwendig ist die Reparatur der Stützfundamente der Gutsscheune. Fachleute stellten fest, dass die Standsicherheit beeinträchtigt ist. Die Stützen werden nun von Grund auf erneuert; die letzte soll 2027 fertig sein. Die Scheune liegt den Einwohnern am Herzen, da sie Teil des historischen Gutshofes ist und als Kulturort dient.

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