Der dienstälteste Bundestagsabgeordnete und Linken-Politiker Gregor Gysi sieht seine Partei nach einem Bericht der Magdeburger „Volksstimme“ in einer „bedeutenden“ Position nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im kommenden September. Die Regierungsparteien seien stark verunsichert, die FDP – die in Sachsen-Anhalt als einzigem Bundesland noch in der Regierung vertreten ist – kämpfe ums Überleben, sagte Gysi der Zeitung im Rahmen einer Parteiveranstaltung in Stendal. Umfragen zufolge könnte die AfD im September stärkste Kraft im Magdeburger Landtag werden.
Mögliche Kooperation trotz Unvereinbarkeitsbeschluss
Den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU hält Gysi demnach nicht für ein Hindernis für eine mögliche Kooperation im Magdeburger Landtag. „Fragen Sie Herrn Ramelow, der in Thüringen mehrere Haushalte mit der CDU beschlossen hat“, sagte der 78-Jährige mit Verweis auf Sachsen-Anhalts Nachbarbundesland. Auch die aktuell in Thüringen regierende Brombeer-Koalition aus CDU, SPD und BSW ist aufgrund der Pattsituation im Erfurter Landtag immer wieder auf Stimmen der Linken angewiesen.
Spitzenkandidatin Eva von Angern
Die Linkspartei zieht in Sachsen-Anhalt mit Eva von Angern an der Spitze in den Landtagswahlkampf. Die Fraktionschefin der Partei im Magdeburger Landtag war im März auf einer Vertreterversammlung als Spitzenkandidatin nominiert worden. Gysi betonte, dass die Linke in einer Schlüsselrolle sei, um stabile Mehrheiten zu ermöglichen. Die Unsicherheit bei den Regierungsparteien könne der Linken zusätzliche Bedeutung verleihen.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Aktuelle Umfragen sehen die AfD vorne, gefolgt von CDU und Linke. Die FDP muss um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Gysi zeigte sich zuversichtlich, dass die Linke nach der Wahl eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung spielen könne, ähnlich wie in Thüringen.



