Die Grünen im bayerischen Landtag wollen für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen – nun auch auf und vor Festival-Toiletten. Lange Schlangen vor den Damentoiletten sollen der Vergangenheit angehören. Dazu hat die Grünenfraktion einen Antrag mit dem Titel „Frauen müssen übrigens auch mal“ eingebracht, der die bayerische Versammlungsstättenverordnung ändern soll. Diese behandle den Harndrang von Frauen und Männern ungleich, so die Grünen.
Ungleiche Toilettenanzahl
Die Landtagsabgeordnete Julia Post schreibt auf Instagram: „Diese Schlangen vor dem Frauenklo sind politisch gewollt.“ Aktuell schreibt die Verordnung für eine Veranstaltung mit 1000 Besuchern zwölf Toiletten für Frauen vor. Bei Männern sind es acht Toiletten, aber zwölf Pissoirs – insgesamt also 20 Nutzungsmöglichkeiten. Die Grünen fordern eine Angleichung, sodass Frauen und Männern die gleiche Anzahl an Toiletten zur Verfügung steht.
Unterstützung und Kritik
Der Vorstoß stieß auf Social Media auf viel Zuspruch, aber auch auf Kritik. Einige warfen den Grünen vor, sich in Banalitäten zu verlieren. Post entgegnete: „Natürlich weiß ich, dass es wichtigere Themen gibt als die Zahl an Toiletten. Ich glaube aber fest daran, dass die Politik mehr als ein Thema gleichzeitig bearbeiten kann. Vor allem, wenn es einerseits so offensichtlich ungerecht ist, andererseits so einfach zu lösen ist.“
Sie hofft, dass die CSU dem Antrag in der kommenden Woche im Bauausschuss zustimmt. Der Bayerische Rundfunk berichtete zuerst.



