Heidemühle in der Uckermark: Ginas Bienenstich begeistert Gäste
Heidemühle: Ginas Bienenstich begeistert Gäste (03.05.2026)

Abseits der Zivilisation, mitten im Wald der Caselower Heide, liegt ein kleines Gasthaus, das seit Jahrhunderten Besucher anzieht. Die „Heidemühle“ in der Uckermark, wenige Kilometer von Brüssow entfernt, ist ein echter Insidertipp. Bereits um 1370 wurde auf dem Gelände neben Landwirtschaft auch Gastwirtschaft betrieben. Heute ist die Heidemühle ein Treffpunkt für Jung und Alt – und das in der sechsten Generation im Familienbesitz.

Ein verstecktes Juwel mit Tradition

Die Heidemühle liegt fast in Sichtweite der A20, aber so versteckt, dass viele glauben, der schmale, holprige Weg sei zu Ende. Nur von Fahrenwalde kommend ist die Zufahrt ausgeschildert. Trotz der Abgeschiedenheit strömen die Gäste auch 2026 wieder Wochenende für Wochenende hierher. Der Grund: die jüngste Tochter des Betreibers, Gina-Marie Kobolla, eine begnadete Bäckerin. Sie kredenzte den Gästen ihres Vaters am vergangenen Wochenende duftenden Bienenstich und leckere Pfirsich-Schmand-Torte. „Kuchen nach uraltem Rezept, das mögen die Leute am liebsten“, erzählt die 26-Jährige.

Familienzusammenhalt in der Saison

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Justin Krägenbrink huscht Gina-Marie Kobolla in der Saison samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen den Tischen umher – so es ihre Jobs erlauben. Die beiden sind im „richtigen Leben“ im sozialpädagogischen Bereich und bei der Bundeswehr beschäftigt. Doch wenn es in der Heidemühle klemmt, greifen sie dem Chef bereitwillig unter die Arme. „In der Familie hilft man sich halt“, sagt die Gastwirtstochter. Sie könne gar nicht anders, als hier herumzuwirtschaften, weil ihr Herz an dem kleinen Gasthaus hänge. Sie hofft, dass das Wirtshaus trotz der Entfernung zur Zivilisation noch viele weitere Jahre Bestand hat.

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Der Reiz der Abgeschiedenheit

Die fast verwunschen anmutende Abgeschiedenheit mitten im Wald macht für viele Gäste den Reiz der Location aus. Eine Bikergruppe aus Perleberg lässt ihre Ausfahrten gern an dem sauberen Teich vor dem Lokal enden. „Weil man da den Alltag so schön vergessen kann“, schwärmen sie. Auch Radfahrer und Fußgänger scheuen den Weg nicht. Noch zu DDR-Zeiten vergnügten sich vor allem zu Christi Himmelfahrt und anderen Feiertagen hunderte Menschen hier im Grünen.

Blick in die Zukunft

Gina-Marie Kobolla wagt den Blick in die nahe Zukunft: „Am 1. Mai, zu Herrentag und an Pfingsten wird hier gewiss wieder die Hölle los sein. Aber so lieben wir das.“ Die Teigschüsseln und Backbleche stehen schon bereit. Ebenso wie die legendäre Softeismaschine. Schon allein das Softeis sei eine Reise wert, finden die Gäste. Als der Nordkurier kam, war das letzte Stück Kuchen gerade verkauft, bedauerte Kobolla: „Aber zum 1. Mai ist Nachschub da.“

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