Die Herrenseebrücke in Waren (Müritz) bleibt ein ungelöstes Problem. Seit Ende November 2025 ist die Brücke gesperrt, nachdem bei einer Sichtprüfung Risse entdeckt wurden. Die Nordstadt, in der sich unter anderem Polizei, Krankenhaus und Bahnhof befinden, ist seither nur auf Umwegen erreichbar. Die Zeit drängt, doch die Eigentumsfrage ist weiterhin ungeklärt.
Unklare Eigentumsverhältnisse
Erst bei der jüngsten Stadtvertretersitzung Mitte April wurde öffentlich bekannt, dass nach fast einem halben Jahr Sperrung Unklarheiten über den Eigentümer der Brücke bestehen. Die Stadtverwaltung und Bürgermeister Norbert Möller (SPD) betonten, dass schnellstmöglich Entscheidungen fallen müssen. Auf Nachfrage des Nordkuriers erklärte die Stadt, dass die Eigentumsverhältnisse derzeit umfassend geprüft werden. Dabei seien insbesondere grundbuch- und straßenrechtliche Aspekte zu berücksichtigen, so Pressesprecherin Maxi Rühlmann.
Die Stadt machte jedoch keine Angaben dazu, warum die Eigentumsfrage ungeklärt ist. Lediglich wurde klargestellt, dass die Straßenbaulast, die bei der Stadt Waren liegt, nicht automatisch mit dem Eigentum eines Bauwerks gleichzusetzen ist. Die Straßenbaulast betreffe vor allem Pflichten zur Unterhaltung und Verkehrssicherung. Da die Prüfung noch andauert, können derzeit keine abschließenden Aussagen getroffen werden.
Zeitfenster für Abriss schließt sich
Bürgermeister Norbert Möller hatte bereits Mitte April darauf hingewiesen, dass die Zeit knapp wird. Ein möglicher Abriss der Brücke würde eine Sperrung des Bahnverkehrs erfordern, wie sie Ende des Jahres wegen Bauarbeiten an den Brücken auf dem Schweriner Damm (B192) ohnehin vorgesehen ist. Die nächste Möglichkeit für eine solche Sperrung wäre laut Bahn erst wieder im Jahr 2032. Daher müsse die Entscheidung über Abriss oder Weiterbetrieb zeitnah fallen.
Zwischen dem 20. und 23. April fanden erneut nächtliche Untersuchungen an der Herrenseebrücke statt. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. Im Mai soll die Entscheidung fallen, wie es mit der Brücke weitergeht. Mehrere Stadtvertreter betonten jedoch, dass dafür zwingend eine Klärung der Eigentumsfrage erforderlich ist. Die Herrenseebrücke bleibt vorerst gesperrt, die Anwohner müssen weiterhin Umwege in Kauf nehmen.



