Historische Flotte: Dutzende Torfkähne auf historischer Fahrt
Alte Kähne auf historischen Wasserwegen: Dutzende Holzboote haben an diesem Wochenende Kurs auf Bremen genommen. Die Tradition erinnert an die harte Zeit der Moorbauern, die einst Torf in die Hansestadt transportierten.
Die historische Flotte legte am Morgen im Hafen des Künstlerdorfs Worpswede ab und folgte den alten Wasserwegen der Flüsse Hamme und Wümme. Heute sind die detailgetreuen Nachbauten zwar motorisiert, doch die braunen Segel werden nach Möglichkeit immer noch gehisst. Nach rund neun Stunden Fahrt erreichten die Kähne ihr Ziel im Torfhafen im Bremer Stadtteil Findorff.
Wer das Schauspiel verpasst hat, kann die Torfkähne am Sonntag vom Ufer aus beobachten. Dann tritt die Flotte ihren Rückweg Richtung Teufelsmoor an.
Eine Reise in die Vergangenheit
Die historische Torfkahnarmada findet alle drei Jahre statt und erinnert an die Verbindung zwischen den Moorbauern und der Hansestadt. Über Jahrhunderte beluden die Bauern aus dem Teufelsmoor ihre flachen Kähne mühsam mit Torf, um ihre Kunden mit Heizmaterial zu beliefern. Ihr Leben war von harter körperlicher Arbeit, dem Wetter und den Jahreszeiten bestimmt. Je nach Wind konnte die Fahrt nach Bremen bis zu drei Tage dauern.
Auf dem Rückweg waren die Kähne mit Waren aus der Stadt beladen – etwa mit Salz, Werkzeug oder Zeitungen. Die Ära der Torfschifffahrt endete im 20. Jahrhundert mit neuen Bahnlinien und billigerer Kohle. Die heutige Flotte besteht aus originalgetreuen Nachbauten, die die Tradition lebendig halten.



