Karnevals-Party bis 3 Uhr: Anwohner in Waren klagen über schlaflose Nächte
In Waren an der Müritz hat eine Karnevalsfeier für erheblichen Unmut bei Anwohnern gesorgt. Der Carneval Club Waren feierte sein 70-jähriges Bestehen mit einer Party in einem Festzelt, bei der die Musik mit Genehmigung der Stadt bis kurz vor 3 Uhr nachts laufen durfte. Mehrere Bewohner der umliegenden Wohnhäuser beschwerten sich bei der Polizei über die nächtliche Lärmbelästigung und berichteten von schlaflosen Nächten.
„So etwas noch nie erlebt“: Anwohner reagieren empört
Ein Anwohner äußerte sich entsetzt: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Viele Bewohner sind zwar an regelmäßige Volksfeste auf dem Sandparkplatz gewöhnt, doch die Karnevalsfeier stellte eine besondere Belastung dar. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen wie der Müritz-Sail, bei der Musik deutlich früher enden muss, wurde für das Jubiläum eine Ausnahmegenehmigung erteilt. In der ersten Nacht beschwerten sich mehrere Personen, woraufhin der Verein in der zweiten Nacht die Lautstärke etwas reduzierte.
Stadt rechtfertigt Ausnahmegenehmigung
Die Stadtverwaltung erklärte, dass solche Ausnahmen in Einzelfällen kurzfristig möglich seien, wenn die geltenden Lärmrichtlinien eingehalten werden. „Die Karnevalsfeierlichkeiten auf dem Festplatz waren eine seltene Veranstaltung mit besonderer Bedeutung für die Stadt Waren und ihre Gäste“, hieß es in einer Stellungnahme. Normalerweise würden für andere Feste frühere Schlusszeiten zwischen 1.30 und 2 Uhr beantragt, und es gelten strenge Auflagen zur Lautsprecherplatzierung und Schallpegelbegrenzung. Im Rathaus gingen zwei Beschwerden ein.
Kommunikationsprobleme zwischen Verein und Anwohnern
Die Vereinsvorsitzende Maria Jendrasik betonte, dass die Veranstaltung mit dem Ordnungsamt abgestimmt und genehmigt wurde. Die Lautstärkevorgaben seien eingehalten worden, obwohl Ergebnisse einer offiziellen Lärmmessung noch ausstehen. Jendrasik räumte ein: „Gleichzeitig ist uns bewusst, dass es sich bei einem Festzelt ohne feste, schallisolierende Wände nicht vollständig vermeiden lässt, dass Musik nach außen dringt.“ Der Verein hatte über Medien und Plakate informiert, jedoch versäumt, die unmittelbaren Nachbarn persönlich zu benachrichtigen, was laut Stadtverwaltung eigentlich verpflichtend gewesen wäre.
Ausblick auf künftige Veranstaltungen
Jendrasik verwies auf die kulturelle Bedeutung des Karnevals und das 70-jährige Vereinsjubiläum, das zusammen mit einem Landespräsidententreffen am Aschermittwoch eine große Ehre darstellte. Künftige Veranstaltungen sollen wieder in geschlossenen Hallen stattfinden, um Lärmprobleme zu minimieren. Die Erfahrungen vom Jubiläumswochenende werden in die weitere Planung einfließen. Die Stadt will erst nach einer Auswertung entscheiden, ob ähnliche Genehmigungen in Zukunft erteilt werden. „Uns ist ein respektvolles Miteinander in unserer Stadt wichtig“, betonte Jendrasik abschließend.



