Es hat sich herumgesprochen: Ein Koch kehrt zurück in die Heimat und leitet die Küche im neuen Restaurant. Ronny Klüsener, 39 Jahre alt, ist aus Österreich nach Loitz zurückgekehrt, um im neu eröffneten Restaurant HeimaRt seine kulinarischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Mit Leidenschaft und Engagement sorgt er dafür, dass die Gäste nicht nur hervorragend essen, sondern sich auch willkommen fühlen.
Ein gelungener Start in Loitz
Der Start des Restaurants hätte nicht besser laufen können. Bereits in den ersten acht Wochen nach der Eröffnung verkaufte das Team um Inhaberin Sandy Oldenburger 1800 Hauptgerichte. Dies ist nicht zuletzt der Mundpropaganda und gezielten Werbung zu verdanken. Über 2000 Flyer wurden im Vorfeld verteilt, um die Eröffnung bekannt zu machen. „Genau so sollte es ja sein. Wir wollten, dass viele erfahren, dass in Loitz ein neues Restaurant öffnet“, freut sich Klüsener. Der 39-Jährige, der in Loitz aufgewachsen ist und dort zur Schule ging, weiß, dass in der kleinen Stadt Informationen schnell die Runde machen – und das ist ihm nur recht.
Erfahrungen aus Binz, Sassnitz und Österreich
Ronny Klüsener hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Seine Ausbildung absolvierte er in einem Fünf-Sterne-Hotel in Binz auf Rügen. Anschließend arbeitete er im „Gastmahl des Meeres“ in Sassnitz. 2011 zog es ihn nach Österreich, rund 1000 Kilometer von der Heimat entfernt. Dort bekleidete er leitende Positionen, führte Teams und traf unternehmerische Entscheidungen – zuletzt in einem Boutique-Hotel nahe Salzburg. Zwischen 2003 und 2011 war er zudem bei der Marine, wo er nach der Grundausbildung ebenfalls als Koch eingesetzt wurde.
Mehr als nur Kochen: Kreativität und Gastgeberqualitäten
Ronny Klüsener ist nicht nur ein talentierter Koch, sondern auch ein kreativer Geist. Bereits vor der Eröffnung des Restaurants entwarf er eine Speisekarte, die mit flotten Sprüchen und plattdeutschen Schlagworten gespickt war. Diese Karte kommt bei den Gästen hervorragend an. Der Koch versteht sich auch als Gastgeber und sucht aktiv den Kontakt zu den Gästen. „Mir gefällt diese Rolle. Ich habe schon immer gerne den Kontakt zu den Gästen gesucht, um ihre Fragen zu beantworten, zu hören, was sie bewogen hat, ins Restaurant zu kommen, was ihnen besonders gefallen hat, was sie sich künftig anders wünschen“, erzählt er.
Heimweh und die Rückkehr in die Heimat
Die Rückkehr nach Loitz war für Klüsener eine Herzensangelegenheit. Nach Jahren in Österreich wusste er genau, was Heimweh bedeutet: „Die Gewissheit, loszufahren und zu Hause nichts mitgestalten zu können.“ Seine Großeltern leben nicht mehr, aber er hat das Haus seiner Oma übernommen und baut es Stück für Stück um. „Das Leben, die Arbeit sind gerade auch deshalb so schön, tun so spürbar gut, weil es sich nach Familie, nach einem Zuhause anfühlt.“ Die Zusammenarbeit mit seiner Chefin Sandy Oldenburger sieht er als großes Glück: „Sie hat mir ermöglicht, mich schon während der Phase des Aufbaus des Hauses mit meinen Ideen einzubringen. Mir hätte wirklich nichts Besseres passieren können.“
Herausforderungen und Zukunftspläne
Trotz des erfolgreichen Starts bleibt Klüsener realistisch. Die Personalgewinnung in der ländlichen Region ist eine Herausforderung. „Es ist hier gar nicht so einfach, Personal zu akquirieren. Die Kollegen, die jetzt im Service tätig sind, machen das super. Aber das Thema Personalgewinnung treibt meine Chefin und mich ebenso um, wie viele andere Gastronomen auch.“ Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft. Das Restaurant HeimaRt hat sich bereits einen Namen gemacht, und die Gäste strömen herbei. Besonders an den Wochenenden ist eine Reservierung ratsam.
Ein Blick in die Zukunft
Es gibt noch viele offene Fragen: Wie lebt es sich ohne Heimweh? Sind die Rouladen und selbst gemachten Limonaden immer noch der Renner? Haben sich die Quarkbällchen nach Mutter Lianes Rezept einen festen Platz als Nachspeise auf der Speisekarte gesichert? Und was plant das Team, um Vorpommern in der Gastroszene noch bekannter zu machen? Die Antworten darauf werden sich zeigen – eines ist jedoch sicher: Ronny Klüsener hat mit dem HeimaRt ein kulinarisches Ausflugsziel geschaffen, das weit über die Grenzen von Loitz hinausstrahlt.



