Landesgartenschau 2035: Schwerin bindet Ortsteilvertretungen ein
Die Planungen für die Landesgartenschau 2035 in Schwerin nehmen konkrete Formen an. Die Stadtverwaltung hat eine Projektskizze vorgelegt, die Kernbereiche wie das Areal um den alten Güterbahnhof, das ehemalige KIW „Vorwärts“, die Schwimmende Wiese, den Bertha-Klingberg-Platz und den früheren Küchengarten am Franzosenweg vorsieht. Doch nicht nur die Innenstadt soll profitieren: Auch in den Außenbereichen und im Umland sollen Akzente gesetzt werden. Daher laden Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) und Ute Franke vom Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung am 5. Mai um 18 Uhr ins Stadthaus ein, um die Pläne allen interessierten Ortsteilvertretungen vorzustellen.
Von der „Blauen Acht“ zur „Grünen Acht“
Andreas Thiele, Leiter des Fachdienstes für Stadtentwicklung und Stadtplanung, erläutert das übergeordnete Ziel: „Die Gartenschau soll Schwerin im Kontext des Welterbe-Titels nachhaltig weiterentwickeln, kulturell aufwerten und modellhafte Lösungen für den ökologischen Stadtumbau mit neuen touristischen Angeboten verbinden. Gleichzeitig wollen wir den sozialen Zusammenhalt durch neue Frei- und Begegnungsräume fördern.“ Ein zentrales Element ist die Umwandlung der Fahrradroute „Blaue Acht“ rund um den Schweriner See in eine „Grüne Acht“. Dazu gehören acht Standorte: der Zippendorfer Strand, das Freilichtmuseum Mueß, das Schloss und der Landschaftspark Raben Steinfeld, das Seeufer Leezen, das Seeufer Bad Kleinen, das Schloss und der Park Wiligrad, das Seeufer Wickendorf und das Nordufer Lankower See.
Investitionen und Besuchererwartungen
Für die Landesgartenschau sind Investitionen von rund 73 Millionen Euro sowie Durchführungskosten von knapp 10 Millionen Euro veranschlagt. Die Verwaltung rechnet mit 440.000 Besuchern. Zum Vergleich: Die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin lockte 1,87 Millionen Menschen an. „Die Buga war ein großes Stadtentwicklungsprogramm für Schwerin. Mit der Landesgartenschau wollen wir das Buga-Wunder wiederholen“, erklärt Vize-OB Nottebaum.
Nächste Schritte und mögliche Terminverschiebung
Voraussichtlich am 29. Juni wird die Stadtvertretung über eine Absichtserklärung mit der Landesregierung entscheiden, um Fördermittel zu bündeln. Bis Jahresende soll eine Machbarkeitsstudie zur Präzisierung der Planungen in Auftrag gegeben werden. Allerdings muss das Ausstellungsjahr 2035 möglicherweise überdacht werden, da in Dessau-Roßlau zeitgleich die Bundesgartenschau 2035 stattfindet.
Kritik an kurzfristiger Terminierung
Im Hauptausschuss gab es Kritik, dass der Informationstermin für die Ortsteilvertretungen zu kurzfristig anberaumt sei. Vize-OB Nottebaum sicherte daraufhin zu, die Vertretungen schriftlich zu benachrichtigen, damit sie auch auf diesem Wege Stellungnahmen zur Projektskizze abgeben können.



