Landratswahl Saalekreis 2026: Sven Czekalla (CDU) im Porträt
Landratswahl Saalekreis: Sven Czekalla (CDU) Porträt

Landratswahl im Saalekreis 2026: Kandidaten im Porträt

Der Saalekreis sucht eine neue Landrätin oder einen neuen Landrat. Am 7. Juni können die Bürger zwischen vier Kandidaten wählen. Wir stellen sie vor. Heute: Sven Czekalla (CDU).

Sven Czekalla ist seit 2004 für die CDU politisch aktiv – unter anderem als Gemeinde- und Stadtrat. Derzeit sitzt er im Landtag. Der 43-Jährige möchte bei der Landratswahl am 7. Juni an die Spitze des Saalekreises vorrücken. Dafür hat er bereits auf eine erneute Kandidatur für den Landtag verzichtet.

Von der Wirtschaft in die Politik

„Ich bin seit Geburt Krumpaer“, berichtet der diplomierte Volkswirt. Nach seinem Studium arbeitete er fünf Jahre für eine deutsche Ingenieurfirma in China. Nach seiner Rückkehr waren drei Jahre bei einem IT-Unternehmen in Halle, bevor er als Referent des Oberbürgermeisters Jens Bühligen (CDU) ins Merseburger Rathaus ging. Drei Jahre später folgte der Wechsel in den Landtag, wo Czekalla im Petitionsausschuss und im Ausschuss für Digitales und Infrastruktur sitzt. Als seinen bisher größten Erfolg verbucht er die Organisation der Unterstützung für eine Durchbindung der Bahn von Querfurt über das Geiseltal nach Halle, die heutige S11.

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Politische Karriere beginnt 2004

In die CDU eingetreten ist Czekalla schon 2004. Damals habe ihn sein Wehrleiter gefragt, ob er auf der CDU-Liste für den Gemeinderat kandidieren wolle. Da er ohnehin aus einem christlich geprägten Elternhaus stamme – und bis heute regelmäßiger Kirchgänger ist –, trat er ein. 22 Jahre später, Ende Februar, machte die Union ihn zum Kreischef. Seit 2004 sitzt er im Gemeinde- respektive Ortschaftsrat von Krumpa. Von 2019 bis 2024 war er dort Ortsbürgermeister. Seit 2019 leitet er den Stadtrat Braunsbedra. Zudem ist er Kreistagsmitglied und dort Vorsitzender des Umweltausschusses.

Über den Privatmenschen Czekalla sagt er: „Ich höre für mein Leben gern Musik.“ Vor allem klassischen Rock der 60er und 70er Jahre – und „Guns'n'Roses“. Er sammle limitierte Schallplatten sowie Tassen aus Orten, an denen er war, und er sei Serienjunkie.

Als Vorbild für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Zumindest für Letzteres könnte die Zeit knapper werden, sollte der 43-Jährige die Wahl gewinnen. Denn er nimmt sich vor, ein Landrat zu werden, der im gesamten Saalekreis präsent ist: „Ich will bei den Menschen und Unternehmen sein. Als Landrat hat man ja auch eine gewisse Vorbildfunktion. Da geht es um sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Schon im Wahlkampf reist Czekalla viel und hat einen strukturell sehr unterschiedlichen Kreis kennengelernt. Der stehe in puncto produzierendem Gewerbe gut da, nicht nur im industriell geprägten Süden. Dennoch sieht der CDU-Kandidat gerade im Norden, namentlich in Wettin-Löbejün, Petersberg und Salzatal, noch Bedarf, Gewerbeflächen zu entwickeln. „Aber nur“, so betont er, „wenn die Kommunen es selbst wollen und auch Nachfrage dokumentiert ist“. Dann könne der Kreis personell über die Kreisentwicklungsgesellschaft und die Wirtschaftsförderung unterstützen.

Unternehmen im Saalekreis halten

Es gehe aber auch darum, vorhandene Unternehmen zu halten. „Mehrere, mit denen ich gesprochen habe, wollen sich erweitern.“ Da müsse man dafür sorgen, dass es schnell möglich sei, sagt Czekalla. Dafür solle der Kreis die Verwaltungen der Kommunen unterstützen – und: „Ich will den Mitarbeitern der Kreisverwaltung die Angst nehmen, Entscheidungen zu treffen.“ Ohnehin solle sich das Personal wohlfühlen, gern zur Arbeit kommen. Denn Mitarbeiter werden absehbar ein rares Gut. Von derzeit 1.000 Beschäftigten werde binnen fünf Jahren ein Viertel in Rente gehen. Mitarbeitergewinnung und -bindung stehen daher weit oben auf Czekallas Prioritätenliste, dicht gefolgt von der Digitalisierung. So müsse beispielsweise der von einem Merseburger Unternehmen entwickelte digitale Bauantrag auch im Saalekreis eingeführt werden.

Der CDU-Kandidat setzt sich zudem zum Ziel, die Öffentlichkeitsarbeit im Kreis zu stärken, vor allem in sozialen Netzwerken. Schließlich seien die Bürger viel am Handy unterwegs und es sei wichtig, dass eine Kreisverwaltung informiere – explizit auch über Baustellen.

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„Ich will als Landrat, dass sich Unternehmen hier wohlfühlen, sich hier entwickeln, Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen. Denn die Kommunen brauchen Gewerbesteuereinnahmen.“ Und von denen profitiert dann auch der Saalekreis.